Kampf um Endesa
Acciona pokert hoch

Der Übernahmestreit um den Energiekonzern Endesa zwischen Eon und Acciona geht in die nächste Runde. Dabei muss sich Eon sogar gegen eine Allianz behaupten. Des Geschäft mit dem spanischen Energiekonzern scheint aber lukrativ – die Einsätze auf beiden Seiten sind hoch.

DÜSSELDORF/MADRID. Eon muss bis an die Grenzen gehen, um den bereits verloren geglaubten Übernahmekampf um Endesa doch noch zu gewinnen. Der Rivale Acciona ist nach Informationen des Handelsblatts zwar prinzipiell bereit, seinen 21-prozentigen Anteil am größten spanischen Energiekonzern zu verkaufen, verlangt aber substanzielle Gegenleistungen. Wie es in Acciona-Kreisen heißt, fordert der Mischkonzern neben dem ohnehin lukrativen Kaufpreis von rund 8,6 Mrd. Euro für das Paket, dass Eon nach der Übernahme zumindest Endesas Aktivitäten bei den erneuerbaren Energien an den Mischkonzern verkauft. Offenbar versucht er zudem auch noch weitere Aktivitäten aus Eons eigener erneuerbaren Energien-Sparte heraus zu brechen.

Das Management von Acciona wolle in Kürze eine Entscheidung fällen, ob es sich auf einen Deal mit Eon einlässt und das Aktienpaket verkauft oder es behält, hieß es weiter. In mit den Verhandlungen der zwei Unternehmen vertrauten Kreisen werden die Chancen zur Einigung trotz der hohen Forderungen aber als gut beschrieben. Eon sei tatsächlich bereit, Endesas Erneuerbare-Energien-Sparte herauszubrechen, um die Transaktion noch zu retten. Allerdings wollten weder Acciona noch Eon Stellung beziehen.

Seit knapp zwei Wochen versuchen die beiden Unternehmen bereits eine Lösung zu finden – und haben offenbar auch am Wochenende wieder verhandelt. Zwar sind an den Gesprächen nicht die Konzernchefs Wulf Bernotat und José Manuel Entrecanales direkt beteiligt, allerdings die zweite Führungsebene. Eon wird unter anderem vom für Strategiefragen zuständigen Vorstandsmitglied Lutz Feldmann vertreten.

Bernotat hatte sich lange gegen Verhandlungen mit dem Rivalen gesträubt. Dieser war im vergangenen Herbst überraschend bei Endesa eingestiegen und hatte angekündigt, Eon blockieren zu wollen. Nachdem aber inzwischen ein zweiter Konkurrent, der italienische Enel-Konzern, ebenfalls bei Endesa eingestiegen ist und sich bereits 24,9 Prozent der Aktien gesichert hat, bleibt dem Eon-Chef fast keine andere Wahl, als Zugeständnisse zu machen, um sich doch noch bis zum 29. März, dem Ende der Annahmefrist, die Mehrheit zu sichern. Sein Angebot muss freilich lukrativ genug sein, um die Allianz der beiden Kontrahenten brechen zu können.

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