Kampf verschärft sich
BP gerät in Russland wegen Steuerforderungen unter Druck

Der britische Energiemulti BP gerät in Russland massiv unter Druck: Gegen das Joint Venture der Engländer mit einem russischen Partner, TNK-BP, werden Steuernachforderungen in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar von Russlands Behörden erhoben.

MOSKAU. Das geht aus dem Emissionsprospekt für eine Anleihe des bisher zweitgrößten russischen Ölförderers hervor, wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ gestern meldete. Zudem hatte das russische Naturressourcenministerium bereits im Mai TNK-BP mit der Aberkennung einer Milliarden Dollar teuren Gasförderlizenz gedroht.

Am Markt halten sich hartnäckig Gerüchte, dass BP seine offenbar schlechten Beziehungen zur russischen Regierung zu verbessern sucht: Der Konzern wolle mit etwa zwei Milliarden Dollar beim Börsengang des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft einsteigen, heißt es. Analysten halten diesen Schritt für den Versuch des britischen Konzerns, eine bessere Beziehung zum russischen Staat aufzubauen. Da das Interesse am Börsengang von Rosneft nach Angaben beteiligter Banker bisher eher verhalten ist, wäre ein Einstieg des britischen Unternehmens eine entscheidende Hilfe für den russischen Staat zur Platzierung der Aktien.

Der einst größte russische Ölförderer Yukos war nach Steuerforderungen des russischen Staates in Höhe von rund 30 Mrd. Dollar an den Rand des Ruins getrieben worden. Seine wichtigste Fördertochter musste er versteigern, und im kommenden Monat muss das Unternehmen möglicherweise liquidiert werden Der jetzt bekannt gewordene Emissionsprospekt von TNK-BP belegt, dass das Unternehmen nicht – wie früher behauptet – die Steuerprobleme mit den Behörden gelöst hat. „TNK-BP hat Verhandlungsangebote an die Behörden geschickt, aber keine Antwort darauf erhalten“, heißt es nun im Prospekt. Zugleich wurde bekannt, dass die zwischen TNK-BP und den Ämtern erzielte Einigung einer Verringerung von Steuernachforderungen für 2001 von knapp einer Mrd. auf 260 Mill. Dollar nun wieder gerichtlich angefochten wird. BP hatte das Joint Venture mit TNK 2003 gebildet und für den Einstieg 7,7 Mrd. Dollar an die russischen Eigner gezahlt. TNK-BP hatte in der Bilanz für das vergangene Jahr 1,5 Mrd. Dollar für mögliche Steuernachzahlungen zurückgestellt.

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