Kapitalerhöhung
Großaktionär unterstützt Dürr

Der verschuldete Anlagenbauer Dürr bekommt frisches Kapital für sein Restrukturierungsprogramm. Großaktionär Heinz Dürr und ein Finanzinvestor greifen dem Unternehmen mit einer Finanzspritze in Höhe von fast 22 Millionen Euro unter die Arme.

HB STUTTGART. Der Vorstand habe eine Erhöhung des Grundkapitals um zehn Prozent beschlossen, teilte Dürr am Montag mit. Mit der Ausgabe von 1,43 Mill. neuen Aktien könnten Dürr 21,8 Mill. Euro zufließen. Die neuen Aktien sollen in den nächsten Tagen zu je 15,25 Euro beim Großaktionär Heinz Dürr GmbH und bei einem nicht genannten Finanzinvestor platziert werden. Die Familien-Holding des ehemaligen Bahn-Chefs werde 60 Prozent zeichnen, der Investor die restlichen 40 Prozent. Mit dem Geld will der Lackieranlagen- und Fertigungsstraßenhersteller ein bis zu 50 Mill. Euro teures Sanierungsprogramm teilweise finanzieren.

Der Streubesitz von Dürr steige durch die Kapitalerhöhung auf 30,4 von derzeit 29,4 Prozent. Haltefristen für die neuen Aktien gibt es nach Angaben eines Unternehmenssprechers nicht. Die im Prime Standard gelisteten Aktien von Dürr pendelten mit 16 Euro am Montag um die Schlussnotierung vom Freitag.

Dürr hatte sich erst vor kurzem mit seinen Gläubigern auf neue Kreditbedingungen geeinigt und damit dem Zugriff von Hedgefonds entzogen. Zu großzügigeren Bedingungen kann Dürr nun über einen Kreditrahmen von 120 Mill. Euro verfügen.

Der Traditionskonzern leidet unter der schwachen Investitionsneigung der Autohersteller und geschrumpften Anzahlungen von Auftraggebern. Dadurch hat sich der Finanzbedarf des Traditionskonzerns deutlich erhöht. In der Sparte Lackier- und Montageanlagen will das mit Verlusten kämpfende Unternehmen knapp zehn Prozent der Stellen streichen und sich unanhängiger von Großaufträgen machen. Für das Restrukturierungsprogramm hat Dürr Kosten in Höhe von 40 bis 50 Mill. Euro veranschlagt, ein Teil davon soll durch die Kapitalerhöhung finanziert werden.

Ende des dritten Quartals war Dürr netto mit 312 Mill. Euro verschuldet. Bis Jahresende sollen diese Verbindlichkeiten durch Erlöse aus dem Verkauf der Mess- und Prozesstechniktochter auf weniger als 200 Mill. Euro sinken. Diese Aktivitäten hatte Dürr erst 2002 im Zuge der Übernahme der Darmstädter Carl Schenck AG erworben. Der Verschuldungsgrad - der Anteil der Finanzschulden am Eigenkapital - soll damit auf 80 Prozent von 128 Prozent Ende September sinken.

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