Kapitalerhöhung im Herbst
US-Großaktionär lässt Zapf hängen

Der finanziell angeschlagene Puppenhersteller Zapf Creation will sich frisches Geld besorgen. Im Herbst sollen bis zu 4 Mill. neue Aktien ausgegeben werden. Großaktionär MGA wird sich nach bisherigem Kenntnisstand aber nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen. Dabei sitzen die US-Amerikaner mittlerweile sogar im Vorstand.

HB RÖDENTAL. Man benötige dringend frisches Kapital, erklärte Vorstandschef Georg Kellinghusen am Dienstag auf der Hauptversammlung im oberfränkischen Rödental. „Das Thema Eigenkapitalmaßnahmen gewinnt an Dringlichkeit, da auch im laufenden Jahr die Kapitaldecke durch auflaufende Verluste weiter geschmälert wird“, sagte er.

Der kürzlich als Hauptaktionär bei Zapf eingestiegene US-Spielwarenhersteller MGA habe bisher jedoch keine verbindliche Zusage über eine Beteiligung an solchen Maßnahmen gemacht, sagte Kellinghusen. Dagegen liege ein seriöses Angebot eines weiteren Investors über einen „signifikanten Beitrag an Eigenkapital“ vor. Unmittelbar nach der Hauptversammlung wolle der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat eine Entscheidung über dieses Angebot herbeiführen.

Zapf war in die Krise geraten, da sich seine Puppen, vor allem in Deutschland und den USA, zuletzt schlecht verkauften. Zudem belasteten Unstimmigkeiten in den Bilanzen das Unternehmen. Der potenzielle Retter Bandai aus Japan war von dem US-Konkurrenten MGA Entertainment aus dem Feld geschlagen worden, obwohl der Vorstand sich hinter die Japaner gestellt hatte. MGA hält 18 Prozent an Zapf Creation. Ein Angebot für die Komplettübernahme blieb bislang aber aus.

Nachdem MGA in der vergangenen Woche mit zwei Sitzen bereits in den Aufsichtsrat eingezogen war, ist der US-Spielwarenhersteller nun auch im Vorstand vertreten. Thomas Pfau, Deutschland-Chef von MGA, werde ab sofort bei Zapf die Bereiche Marketing und Vertrieb verantworten, hatte Zapf am Montagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mitgeteilt.

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