Kapitalerhöhung
K+S will über 600 Millionen Euro einsammeln

Gerüchte hatte es schon länger gegeben, nun haben sie sich bewahrheitet: Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S nimmt eine Kapitalerhöhung vor; über 600 Mio. Euro will das Unternehmen in die Kassen bekommen. Die beiden größten Aktionäre von K+S haben bereits signalisiert mitzuziehen.
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HB KASSEL. Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S will sich frisches Geld besorgen. Der Vorstand habe mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung beschlossen, teilte K+S am Mittwochabend nach Börsenschluss mit. Insgesamt sollen 26,4 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von je 26,00 Euro ausgegeben werden. Dadurch erhöhe sich das Grundkapital des Unternehmens um 26,4 Millionen Euro auf 191,4 Millionen Euro. Die Kapitalerhöhung entspreche demnach 16 Prozent des bisherigen Grundkapitals. Die neuen Aktien sollen ab dem Geschäftsjahr 2009 voll dividendenberechtigt sein. K+S-Aktien gerieten im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz unter Druck und fielen bis auf 41,50 Euro. Anschließend erholten sich die Titel etwas und kosteten zuletzt 42,20 Euro. Zum Schluss des Xetra-Handels hatten die Papiere noch bei 43,29 Euro notiert.

Der Bruttoemissionserlös aus der Kapitalerhöhung soll der Mitteilung zufolge 686,4 Millionen Euro betragen und in "erster Linie" der Verbesserung der Eigenkapitalausstattung des Unternehmens dienen. Zudem sollen die Erlöse die Möglichkeit eröffnen, die für die im Oktober dieses Jahres abgeschlossene milliardenschwere Akquisition des amerikanischen Salzproduzenten Morton Salt aufgenommenen Kredite abzulösen.

Aktionäre der K+S können für 25 gehaltene Aktien 4 neue erwerben. Die beiden größten Aktionäre der Kassler, MCC/EuroChem und BASF, hätten zugesagt, die Kapitalerhöhung entsprechend ihres Anteils in vollem Umfang mitzutragen. Die Bezugsfrist soll vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen vom 27. November bis zum 10. Dezember laufen.

Die neuen Aktien werden von der Deutsche Bank und Morgan Stanley als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners sowie weiteren Kreditinstituten übernommen und den Aktionären der K+S Aktiengesellschaft zum Bezug angeboten.

"Wenn sich K+S für eine solche Maßnahme entscheidet, dann vor allem mit Rücksicht auf seine Ratings", sagt NordLB-Analyst Thorsten Strauß. Derzeit bewerten die Bonitätswächter von Moody's die Kreditwürdigkeit des Konzerns mit einem "Baa2"-Rating, die Standard & Poor's-Note lautet "BBB". Der Ausblick beider Agenturen ist jedoch negativ. Im Falle einer Herabstufung müsste der Düngemittelhersteller höhere Zinsen für seine Kredite bezahlen, was das laufende Geschäft und künftige Zukäufe deutlich schwieriger machen würde.

Für die Aktie verheißt das nichts Gutes. "Eine Kapitalerhöhung würde natürlich auf den Kurs drücken", sagt Strauß. "Und der kommt ja schon länger nicht aus dem Keller heraus." Im Vergleich zu ihrem Jahreshoch Anfang Juni hat die K+S-Aktie knapp 30 Prozent an Wert eingebüßt. Der Dax stieg dagegen im gleichen Zeitraum um zwölf Prozent.

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