Karl-Thomas Neumann ist neuer Konzernchef von Continental
Chefbesuch bei Contis Start-up

Karl-Thomas Neumann beschert dem demontierten Dax-Konzern einen neuen Hybrid-Antrieb, der in der Mercedes S-Klasse zum Einsatz kommen wird. Für den Elektronikfan Neumann ist die stählerne Box die "Technologie der Zukunft".

NÜRNBERG. Ungeduld verbirgt Continentals neuer Konzernchef meist hinter einem charmanten Grinsen. In Nürnberg wurden die Gesichtsmuskeln von Karl-Thomas Neumann gestern arg strapaziert. Denn der eigentliche Anlass für seinen Besuch in einem dortigen Werk geriet fast in den Hintergrund: der Serienstart von Contis Batteriesystem für die kommende Hybrid-Version der Mercedes S-Klasse, die Mitte 2009 auf den Markt kommen soll.

Der kompakte Kasten bringt inklusive Steuerungselektronik und 35 Speicherzellen von US-Lieferant Johnson Controls mehr als 25 Kilogramm auf die High-Tech-Waage. Der stattliche Preis bleibt Firmengeheimnis. 4 000 Stück sollen 23 der insgesamt 1 600 Conti-Mitarbeiter am Standort Nürnberg im ersten Produktionsjahr fertigen, später sollen es 15 000 sein. Für den Elektronikfan Neumann ist die stählerne Box die "Technologie der Zukunft".

Doch für die Öffentlichkeit sind andere Themen drängender - zumindest kurzfristig: der vakante Posten des Finanzvorstandes an Neumanns Seite etwa und das Verhältnis zum neuen Großaktionär Schaeffler, der Conti die Freiheit nahm. Schaeffler zeigt bereits Muskeln: Der Konzern legte sein Veto bei der Besetzung des Finanzchef-Postens ein, hieß es in Firmenkreisen. Contis Kandidat Michael Krause, Finanzchef des Post-Geschäftsfeldes Supply Chain Mainland Europe, fiel nach einer Vorstellung bei Schaeffler durch.

Doch über dieses Thema schwieg der neue Conti-Chef im eigens aufgebauten Festzelt vor dem Nürnberger Werksgelände. Beim zweiten Frühstück mit gebutterten Brezeln und Leberwurst auf Laugenstangen vermied der neue Mann an der Spitze des Hannoveraner Autozulieferers sorgfältig verbale Crashs, wie sie sich Vorgänger Manfred Wennemer im gescheiterten Abwehrkampf mit dem Familienunternehmen Schaeffler geleistet hatte.

Selbst als Nürnbergs festzelterfahrener CSU-Wirtschaftsreferent Roland Fleck den Niedersachsen in seiner "neuen ersten oder zweiten Heimat" begrüßt, lässt der sich nicht provozieren. Willkommen in Franken: dem Terrain des Conti-Dominators Schaeffler aus Herzogenaurach. Neumann parierte den Politikeraffront mit einem Grinsen. Später fordert er im Gegenzug ganz sachlich Steuervergünstigungen für umweltfreundliche Autos und verlässliche Rahmenbedingungen bei Umweltauflagen.

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