Kartell-Untersuchung
EU mahnt Continental ab

Unangenehme Post für Continental: Die EU-Kommission hat die mutmaßlichen Teilnehmer eines Kartells bei Öl- und Marineschläuchen, darunter der deutsche Konzern, abgemahnt. Die Liste mit den Beschwerdepunkten sei verschickt worden, teilten die EU-Wettbewerbshüter mit. Die EU könnte empfindliche Strafen verhängen.

HB BRÜSSEL. Der Autozulieferer Continental, dessen Sparte ContiTech Schläuche herstellt, bestätigte den Erhalt des Schreibens aus Brüssel, wollte sich zum Inhalt aber nicht näher äußern.

Die EU-Kartellwächter verdächtigen mehrere Firmen, illegal Preise für die Schläuche abgesprochen zu haben, die etwa für den Öltransport auf Bohrinseln eingesetzt werden. Bei Razzien vor einem Jahr wurden Büros in Frankreich, Italien und Großbritannien durchsucht. Die EU-Kartellwächter hatten die Durchsuchungen mit den US-Behörden koordiniert. In den USA wurden Mitarbeiter von der zu Conti gehörenden britischen Dunlop, der schwedischen Trelleborg und der japanischen Bridgestone festgenommen.

Zu Absprachen soll es den Vorwürfen zufolge von 1999 an gekommen sein. Teilnehmer des Kartells sollen sich an Orten wie Key Largo in Florida und Thailand getroffen haben und zu "Club"-Treffen eingeladen haben. Die EU-Kommission kann für die Teilnahme an Kartellen empfindliche Strafen verhängen, die sich theoretisch auf bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes erstrecken können. Die EU-Wettbewerbshüter haben diesen Rahmen aber noch nie voll ausgeschöpft.

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