Industrie
Kartellamt: Russischer Turbinenbauer darf an Siemens-Konkurrent gehen

dpa-afx MOSKAU/MÜNCHEN. Das russische Kartellamt hat den Verkauf des auch vom Siemens-Konzern umworbenen Turbinenbauers Silowyje Maschiny (Power Machines) an den Konkurrenten Basic Element bewilligt. Der Mischkonzern dürfe bis zu 80 Prozent des größten russischen Turbinenherstellers übernehmen, entschied die Behörde am Dienstag nach monatelangem Zögern in Moskau. Der Antrag von Siemens war Mitte April mit der Begründung abgelehnt worden, Silowyje Maschiny sei zu stark im Rüstungsbereich aktiv und dürfe deshalb nicht an ausländische Investoren verkauft werden.

Der Münchner Elektronikkonzern gab auch nach der Entscheidung des Kartellamts die Hoffnung auf einen Erfolg nicht auf. Man wolle auf dem russischen Kraftwerksmarkt engagiert bleiben. "Wenn sich eine Möglichkeit ergibt, Power Machines zu übernehmen, sind wir weiter interessiert", sagte ein Unternehmenssprecher in München. Siemens hält bislang vier Prozent am Turbinenhersteller.

Präsident Wladimir Putin hatte Siemens noch auf der Hannover-Messe im April eine Übernahme des Mehrheitsanteils an Silowyje Maschiny in Aussicht gestellt. Siemens wollte nach 2004 unterzeichneten Verträgen langfristig 73 Prozent an Silowyje Maschiny für geschätzt 215 Mill. Dollar (177 Mill. Euro) von der russischen Industrieholding Interros übernehmen. Zusätzlich wollte der deutsche Konzern weitere 200 Mill. Dollar investieren.

Bei einem Treffen Putins mit deutschen Wirtschaftsvertretern am Sonntag hatte der russische Wirtschaftsminister German Gref dem Siemens-Konzern ebenfalls noch Hoffnung bei den Verhandlungen über Silowyje Maschiny gemacht. "Von russischer Seite gibt es keine Hindernisse. Es kann aber vorerst nicht um die Übernahme der Kontrollmehrheit gehen", sagte Gref.

Silowyje Maschiny verzeichnete im Vorjahr einen Umsatz von knapp 500 Mill. Euro (2003: 270 Mill. Euro). Der Gewinn belief sich im Vorjahr auf knapp zwölf Mill. Euro (2003: 2,5 Mill. Euro).

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