Kartellverfahren
Kabelhersteller drohen hohe Strafen

Die EU-Komission vermutet, dass zwölf Kabelhersteller die Preise für Erd- und Unterwasserkabel abgesprochen haben. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen den Konzernen hohe Geldstrafen.
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BrüsselDie EU-Kommission hat ein Kartellverfahren gegen zwölf Hersteller von Stromkabeln eingeleitet und droht den Unternehmen mit millionenschweren Strafen. Namen nannten die obersten Wettbewerbshüter Europas am Mittwoch in Brüssel nicht. Allerdings bestätigten das dänische Unternehmen NKT und die französische Firma Nexans, Post aus Brüssel bekommen zu haben.

Die Kommission vermutet, dass die Unternehmen untereinander die Preise für Erd- und Unterwasserkabel abgesprochen und die Märkte in der EU aufgeteilt haben. Dabei habe es sich um Produkte und Dienstleistungen gehandelt. Dies sei zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern geschehen.

Sollte sich der Verdacht erhärten, dass die Unternehmen mit unlauteren Mitteln gegen Wettbewerber vorgehen und ihre Marktmacht missbrauchen, drohen ihnen hohe EU-Geldbußen von bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes. Preisabsprachen oder die Ausnutzung einer Monopol-Stellung zum Schaden von Konkurrenten oder Verbrauchern sind in der EU verboten. Eine Frist für den Abschluss der Untersuchung gibt es nicht.

Die Wettbewerbshüter haben den Unternehmen einen Beschwerdebrief geschickt, damit ist das Kartellverfahren offiziell eröffnet. Der Ausgang des Verfahrens ist aber völlig offen. Bereits im Januar 2009 hatte die Kommission Geschäftsräume der Kabelhersteller durchsuchen lassen. Nun müssen die Firmen dazu Stellung nehmen.

Das dänische Unternehmen NKT bestätigte den Eingang eines Schreibens der EU-Kommission in Kopenhagen. Man habe sich nichts vorzuwerfen und die Absicht, „sich in dieser Sache zu verteidigen“, hieß es. Nexans bestätigte ebenso wie seine Tochter Nexans France SAS ebenfalls die Angelegenheit und will im zweiten Halbjahr antworten. Vorher werde es eine umfassende Analyse geben. Das italienische Unternehmen Prysmian, das in früheren Medienberichten als Verdächtiger genannt worden war, wollte sich nicht äußern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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