Kauf von Dresser-Rand
Siemens setzt weiter auf Ölfördergeschäft

Durch den Kauf von Dresser-Rand erwartet Siemens weitaus mehr Synergien als angekündigt. Am Ausrüstungsgeschäft für Öl-Förderunternehmen zweifelt der Konzern nicht. Siemens-Chef Kaeser setzt auf den Faktor Zeit.
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MünchenTrotz des Einbruchs beim Ölpreis setzt Siemens weiter im großen Stil auf Öl und Gas. Konzernchef Joe Kaser zeigte sich am Dienstag vor Investoren überzeugt, dass in dem Geschäft mit Ausrüstung für die großen Förderunternehmen viel Geld steckt. „Wer ist beim Goldrausch wirklich reich geworden? Die Goldsucher oder diejenigen, die die Schaufeln geliefert haben?“, sagte er in Berlin.

Allerdings steht die Branche angesichts des drastischen Preisverfalls unter Druck. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der US-Sorte WTI fiel jüngst auf ein Fünf-Jahres-Tief und kostete am Dienstag knapp 63 Dollar.

Das liege aber nicht an der fehlenden Nachfrage, sondern an einem zu hohen Angebot, sagte Kaeser. Dies sei ein gutes Indiz dafür, dass die aktuelle Situation auch wieder vorübergehen werde. Ab welchem Preis sich das Geschäft für Siemens nicht mehr lohnt, sei schwer festzumachen.

Siemens will diesen Bereich mit der Übernahme des US-Kompressoren-Herstellers Dresser-Rand stärken - das schafft auch mehr Möglichkeiten zur gemeinsamen Kosteneinsparung. Die Synergien dürften 30 Prozent höher liegen als die bislang für 2019 angepeilten 150 Millionen Euro, sagte Siemens-Vorstand Lisa Davis. Für die knapp sechs Milliarden Euro schwere Übernahme wartet Siemens noch auf die Freigabe durch die Kartellbehörden und rechnet mit dem Abschluss im Sommer 2015.

Daneben setzt Siemens-Chef Kaeser groß auf das Wachstum des Dienstleistungsgeschäfts. Der Markt für digitale Services werde bis 2020 im Schnitt jährlich um 15 Prozent zulegen, heißt es in seiner Präsentation.

Zuletzt erwirtschaftete Siemens in dem Bereich einen Jahresumsatz von einer halben Milliarde Euro. Das klassische Dienstleistungsgeschäft werde bis 2020 durchschnittlich um drei Prozent wachsen. Siemens fuhr hier zuletzt Jahreseinnahmen von 14 Milliarden Euro ein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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