Kein Zeitdruck
Porsche sucht nach Synergien mit VW

Sportwagenbauer Porsche fahndet intensiv, aber mit Bedacht nach Kostenvorteilen, die sich durch den Einstieg bei Volkswagen ergeben können. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Marke Audi, sondern auf der gesamten Produktpalette. Allerdings gibt es für Porsche auch Tabus.

hof GENF. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche sucht intensiv nach Kostenvorteilen, die sich aus dem Einstieg bei Europas größtem Autobauer Volkswagen ergeben können. „Das genießt oberste Priorität“, sagte Porsche-Finanzchef Holger Härter auf der Genfer Automesse. Nicht nur mit der Premiummarke Audi, „sondern mit allen Marken des VW-Konzerns“ würden Möglichkeiten ausgelotet. Schließlich sei die Beteiligung an VW keine rein finanzielle, sondern eine strategische.

Die Zusammenarbeit beim Bau der Geländewagen Porsche Cayenne und VW Touareg könnte dafür die Blaupause liefern. Doch Härter sieht Grenzen. So werde es Diesel-Motoren wie im Touareg für den Cayenne trotz der Diskussion über Verbrauchswerte auf keinen Fall geben. Und das, obwohl laut Brancheninformationen Porsche-Tests mit einem Audi-Diesel sehr erfolgreich waren: „Für Porsche ist ein Diesel schwer vorstellbar“, kontert Härter mit Verweis auf die Markenidentität.

Statt auf Diesel setzt Porsche beim Cayenne auf Hybrid. Schon 2008 sollen aus in Zusammenarbeit mit VW die ersten Hybrid-Modelle auf den Markt kommen. Der kombinierte Elektro- und Verbrennungsmotor wird aber vorläufig nur in den Geländewagen Cayenne, Touareg und Audi Q7 Platz finden. Weitere gemeinsame Projekte mit dem Wolfsburger Konzern würden folgen, kündigte Härter an. So werde an einer gemeinsamen Elektronikplattform und an gemeinsamen Komponenten wie Klimaanlagen gearbeitet.

Über den Kursanstieg der VW-Aktie – das Papier legte gestern in der Spitze um mehr als 2,5 Prozent zu – kann sich Großaktionär Porsche nach den Ausführungen von Härter ungetrübt freuen. Das erhöht den Wert der Beteiligung, verteuert aber nicht die geplante Aufstockung des Anteils von 27,3 auf 29,9 Prozent. „Wir haben die restlichen Anteile längst durch Kurssicherungsinstrumente abgesichert“, bestätigte der Porsche-Finanzchef in Genf.

Dass der Konzern den Zukauf noch vor der VW-Hauptversammlung im April tätigen will, wollte Härter nicht bestätigen: „Uns zwingt niemand, schnell zu handeln. Solange das VW-Gesetz gültig ist, hätten wir dadurch keinen Vorteil.“ Das Gesetz, das höchstwahrscheinlich von der EU gekippt wird, deckelt die Stimmrechte in der VW-Hauptversammlung auf 20 Prozent. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte in Genf betont, dass er den Anteil auf jeden Fall aufstocken will, denn mit 29,9 Prozent habe Porsche die Macht, seinen Einfluss geltend zu machen.

Die Gefahr, dass sich die feine Sportwagenschmiede extrem abhängig macht vom volatilen Massengeschäft des VW-Konzerns, wie von Analysten kritisiert, sieht Härter nicht. Obwohl ein Rekordgewinn bei Porsche für 2007 unter den Vorbehalt „ausbleibender Überraschungen bei VW“ gestellt wurde, sei das Risiko begrenzt: „Wir haben sehr konservativ bilanziert. Es müsste schon zu dramatischen Veränderungen bei VW kommen, bevor wir Abschreibungen auf die Beteiligung vornehmen müssten“, sagte Härter.

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