Keine Übernahme-Empfehlung abgegeben
Centerpulse wartet auf höheres Angebot

Der Verwaltungsrat des Schweizer Medizintechnikkonzerns Centerpulse hat seinen Aktionären keines der beiden für das Unternehmen vorliegenden Übernahmeangebote empfohlen. Das Gremium hofft offenbar noch auf Nachbesserungen bei den Offerten des US-Konzerns Zimmer und der britischen Smith & Nephew.

Reuters ZÜRICH. Möglicherweise könnten die Offerte noch erhöht werden, hiess es am Mittwoch in der Stellungnahme von Centerpulse zu den Übernahmeangeboten. Zwar sei eine Übernahme für Centerpulse auf jeden Fall besser als ein Alleingang, bekräftigte der Verwaltungsrat seine bisherige Haltung. Welche der beiden Offerten aber die günstigere sei, lasse sich im Moment nicht abschätzen. Die Aktionäre sollten und könnten daher noch zuwarten.

Insbesondere wäre es verfrüht, zum jetzigen Zeitpunkt eine Empfehlung zum Zimmer-Angebot abzugeben, betonte der Verwaltungsrat weiter. Zimmer hatte am 19. Juni offiziell ein Angebot für Centerpulse vorgelegt. Der amerikanische Konzern bietet 120 Franken in bar und 3,68 eigene Aktien für eine Centerpulse-Aktie. Das entspricht nach einer Rechnung der Zürcher Kantonalbank einem Preis von 350 Franken. Die S&N-Offerte, die ebenfalls einen Aktien- und einen Baranteil enthält, liegt den gleichen Berechnungen zufolge bei 271 Franken und bietet einen geringeren Baranteil.

Bisher neigte das Centerpulse-Management eher der Offerte von S&N zu. Centerpulse-Chef Max Link soll ebenso wie der Investor Rene Braginsky in den Verwaltungsrat der Firma eintreten, die aus S&N und Centerpulse entstehen würde. Braginsky kontrolliert den Centerpulse-Grossaktionär InCentive. Von Zimmer ist in solches Angebot für Verwaltungsratsmandate nicht bekannt.

Bei beiden Angeboten gebe es noch offene Fragen, erklärte Centerpulse weiter. Insbesondere sei der Wert der Offerte grossen Schwankungen ausgesetzt, da beide Komponenten enthalten, die von Aktien- und Wechselkursen abhängig sind. Im Grundsatz komme ein Zusammenschluss mit beiden Unternehmen in Frage. Der Verwaltungsrat werde sich dafür einsetzen, dass möglichst rasch definitive Angebote vorgelegt würden.

Auch Incentive will zunächst abwarten. In einer Anzeige hiess es, der InCentive-Verwaltungsrat empfehle seinen Aktionären, im Hinblick auf die Zimmer-Offerte zunächst zuzuwarten.

Die Angebotsfristen von Zimmer und S&N laufen bis zum 27. August. S&N hat bis zum 18. August Zeit, um seine Offerte zu erhöhen. Beide Unternehmen wollen auch InCentive übernehmen. Falls noch ein Dritter Bieter in das Rennen um Centerpulse einsteigen wollte, muss dies bis Ende Juli geschehen.

An der Börse sanken die Centerpulse-Aktien bis gegen 10.50 Uhr um 0,4 % auf 364,50 Franken. Daraus liesse sich schliessen, dass der Markt im Moment nicht an ein höheres Angebot glaubt.

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