„Keine Zerschlagung“
ACS-Chef wirbt mit Bestandgarantie um Hochtief

Mit einer Bestandsgarantie wirbt ACS-Chef Florentino Perez beim Hochtief-Management für eine Übernahme durch den spanischen Baukonzern. Über den starken Widerstand aus Deutschland und von Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter zeigt er sich erstaunt.
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HB MADRID/ESSEN. "Wir werden Hochtief nicht zerschlagen, denn die Gruppe als Ganzes ist mehr wert als ihre Einzelteile", sagte ACS-Chef Florentino Pérez der "Welt am Sonntag". "Der Firmensitz Essen bleibt, die Börsennotierung in Frankfurt ebenfalls", ergänzte er. Die einzelnen Gesellschaften sollten erhalten bleiben. "Es geht nicht darum, einen großen integrierten Baukonzern zu schaffen, sondern jede Tochter soll unter einer eigenen Flagge arbeiten. Hochtief soll deutsch bleiben, Leighton australisch, Turner und Flatiron amerikanisch", sagte der Manager. Auch die Mitarbeiter von Deutschlands größtem Baukonzern hätten bei einer Übernahme durch ACS nichts zu befürchten. "Wir sind mit unseren Mitarbeitern immer gut umgegangen", betonte Perez. "Wir halten zu dem, was wir bereits gesagt haben. Das können wir auch schriftlich in einer Investorenvereinbarung festschreiben."

Die ACS-Gruppe hält derzeit knapp 30 Prozent an dem deutschen Baukonzern, will aber auf mehr als 50 Prozent aufstocken. ACS hatte Mitte September mit einem Übernahmeangebot im Gesamtvolumen von 2,7 Mrd. Euro überrascht. Das Hochtief-Management um Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter lehnte die Offerte als feindlich ab. Es fürchtet eine Zerschlagung des Bauriesen, wenn der hoch verschuldete ACS-Konzern an der Macht ist.

Daher sucht Lütkestratkötter an mehreren Fronten Unterstützung zum Erhalt der Eigenständigkeit. Neben dem Versuch, ACS auch zu einer Übernahmeofferte für die australische Hochtief-Tochter Leighton zu zwingen, hoffen die Essener auf die Rettung durch einen weißen Ritter, der sich an dem Baukonzern beteiligt. Auch die Politik wird von Hochtief in ihren Abwehrbemühungen eingespannt, um beispielsweise Lücken im deutschen Übernahmerecht zu schließen. Das Angebot für eine Mehrheitsübernahme soll nach Aussage von Perez im November abgegeben werden, eine Entscheidung wird bis Ende Januar erwartet.

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