Kernkraft
Areva rechnet mit baldiger Staatshilfe

Die Chefin des französischen Atomkonzerns Areva, Anne Lauvergeon, rechnet bereits in den kommenden Wochen mit staatlicher Unterstützung für ein 2,7 Milliarden Euro teures Investitionsprogramm.

HB PARIS. „Wir werden sehen, in welcher Form der Staat sich engagiert. Die Lösung könnte eine Kapitalerhöhung sein“, sagte Lauvergeon der Zeitung „Le Figaro“. Der Staat habe fest zugesagt, Areva bei den Investitionen zur Seite zu stehen. Das Unternehmen will unter anderem in Uranbergwerke und eine neue Urananreicherungsanlage investieren.

Für das laufende Jahre rechnet Areva mit dem Verkauf von mindestens drei bis vier Atomreaktoren der dritten Generation (EPR). Derzeit seien vier im Bau, je einer in Finnland und Frankreich sowie zwei in China. Die USA, Großbritannien, Indien und Italien hätten ebenfalls Interesse. Unerwartet hohe Kosten für den Bau des weltweit ersten EPR-Atomreaktors in Finnland haben allerdings den Gewinn des Atomkonzerns 2008 um mehr als ein Fünftel einbrechen lassen. Der Überschuss sank nach den am Mittwochabend veröffentlichten Zahlen um 20,7 Prozent auf 589 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent auf 13,16 Milliarden Euro.

Im Streit um Verzögerung beim Bau des finnischen Reaktors suchen Areva und sein Partner Siemens eine Lösung vor einem Schiedsgericht. Die Genehmigungsverfahren dauerten zu lange, sagte Lauvergeon. Dies sei ein Vertragsbruch. Auf die Genehmigung eines Ventils, das in Frankreich längst in Gebrauch sei, habe man mehr als zwei Jahre warten müssen. Umgekehrt verlangt der finnische Partner TVO von Areva wegen der Verzögerungen 2,4 Milliarden Euro Entschädigung.

Die Verhandlungen mit Siemens über den Ausstieg der Münchener aus der Reaktorbau-Tochter Areva NP gingen gut voran, sagte Lauvergeon. Dabei spiele auch die Sperrklausel eine Rolle, die Siemens acht Jahre lang konkurrierende Aktivitäten untersagt. Siemens hatte Ende Januar überraschend den Ausstieg angekündigt und zeigt Interesse an einer Atom-Partnerschaft mit Russland. Der Wert des 34-prozentigen Siemens-Anteils an Areva NP wird auf zwei Milliarden Euro taxiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%