Kernkraft
Indien bringt Areva Milliardenauftrag

Frankreich wird voraussichtlich der erste Staat sein, der nach Ende des langen Atom-Embargos in Indien ein Kernkraftwerk baut. Der französische Konzern Areva unterzeichnete jetzt ein Abkommen, das den Deal sichern soll. Doch das stößt nicht nur auf Zustimmung.

NEU-DELHI. Der französische Nuklearkonzern Areva wird eine zentrale Rolle bei Indiens ehrgeizigen Plänen zum Ausbau der Atomenergie spielen. Gestern unterzeichneten Areva und der staatliche Kraftwerksbetreiber Nuclear Power Corp. of India (NPCI) in Neu-Delhi einen Vorvertrag zum Bau von zwei 1650-Megawatt-Reaktoren. Der endgültige Zuschlag soll noch in diesem Jahr erfolgen. Der Auftrag hat einen Wert von acht Mrd. Euro.

Frankreich ist damit voraussichtlich der erste Staat, der Indien nach Ende des 34-jährigen Nuklearembargos ein Atomkraftwerk liefern wird. Die geplante Anlage in Jaitapur im Bundesstaat Maharashtra wäre die größte des Landes.

Indien leidet wegen Bevölkerungswachstums und zügiger Industrialisierung unter massiver Energieknappheit und will die Kapazität seiner Atomkraftwerke von derzeit 4,1 Gigawatt auf 60 Gigawatt im Jahr 2030 steigern. Das wären 20 Prozent des Strombedarfs. Dafür will die Regierung rund 100 Mrd. US-Dollar ausgeben. Ausländische Kraftwerksbauer liefern sich einen erbitterten Wettbewerb um die hoch dotierten Aufträge. Mit dem Zuschlag für Areva hat sich Frankreich an die Spitze des Feldes gesetzt – vor Konkurrenten aus Russland, Japan, den USA und Kanada.

Prithviraj Chavan, Staatssekretär im Büro des indischen Ministerpräsidenten, sagte bei der Vertragsunterzeichnung, die Aussichten für Areva stünden gut, auch den Auftrag für den Bau von vier weiteren Atomreaktoren zu erhalten. Nach Angaben von Areva-Chefin Anne Lauvergon wurde vereinbart, dass das Unternehmen dem Versorger NPCI für 60 Jahre das Uran zum Betrieb des Kraftwerks in Jaitapur liefern wird.

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