Kloss & Foerster übernommen
Rotkäppchen gönnt sich zum 150. eine Sektkellerei

Die Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm wird 150. Zu diesem Jubiläum hat sich das Unternehmen selbst beschenkt – mit dem Kauf der Marke Kloss & Foerster aus Rüdesheim. Damit endet eine 60-jährige Trennung.

HB FREYBURG. „Wir haben die Markenrechte gekauft“, sagte Firmenchef Gunter Heise am Mittwoch in Freyburg anlässlich der Feierlichkeiten zum Jubiläum. Über Modalitäten und Kaufpreis machte er keine Angaben. Es handele es sich „mehr um eine emotionale Entscheidung, als um einen von wirtschaftlicher Tragweite gekennzeichneten Vorgang“. Mit dem Kauf der Marke Kloss und Foerster komme nun zusammen, was einstmals schon zusammen gehörte.

Die heutige Rotkäppchen-Kellerei wurde 1856 von Kloss und Foerster zusammen mit der Freyburger Champagner-Fabrik-Gesellschaft gegründet. Knapp 40 Jahre später wurde die Marke Rotkäppchen eingeführt. Zu DDR-Zeiten war Rotkäppchen Alleinherrscher auf dem Markt und stand nach der Wende kurz vor dem Aus. Die Treuhand sah das Unternehmen als Sanierungsfall. Der Absatz sank auf 1,5 Mill. Flaschen. 1993 wurde die Sektkellerei durch Management Buy Out privatisiert. Gunter Heise und seine Management-Kollegen übernahmen 60 Prozent der Unternehmensanteile, die Familie Eckes-Chantré 40 Prozent. Durch Zukäufe der Sektmarken Mumm, Jules Mumm, MM Extra und Geldermann in den Jahren 2002 und 2003 entstand die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, die mittlerweile Marktführer in Deutschland ist.

Die Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm mit derzeit gut 300 Mitarbeitern hatte im Jahr 2005 ein Rekordergebnis erzielt. Das Unternehmen verkaufte 111,5 Mill. Flaschen (2004: 106 Mill. Flaschen) und erzielte einen Umsatz von 353,4 Mill. Euro (341,3 Mill. Euro). „Jede dritte in Deutschland getrunkene Flasche Sekt ist aus unserem Haus“, sagte Heise. Mit der Nobelmarke Kloss & Foerster soll künftig hauptsächlich die gehobene Gastronomie versorgt werden.

Am Nachmittag feiert die Rotkäppchen-Belegschaft das Firmenjubiläum mit einem Festakt. Angekündigt haben sich unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer.

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