Knappheit bei Düngemitteln
K+S legt nach Rekordquartal Messlatte für 2008 höher

Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S hat nach einem Rekordquartal die Gewinn- und Umsatzprognose für 2008 angehoben. Mit seinem Quartalsgewinn übertraf das Unternehmen Analystenerwartungen deutlich. Die Chancen für den Aufstieg in den Dax sind weiter gestiegen.

HB KASSEL. Im zweiten Jahresviertel legte der Umsatz getragen von der Kali-Hausse um 52 Prozent auf 1,185 Mrd. Euro zu, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft am Mittwoch in Kassel mit. Für das Gesamtjahr werde nun ein Umsatzschub auf 5,3 bis 5,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,3 Mrd Euro) erwartet. Der bereinigte Gewinn dürfte zwischen 1,0 und 1,1 Mrd. Euro (175,3 Mill. Euro) liegen. Im zweiten Quartal kletterte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Effekten aus der Absicherung von Wechselkursrisiken (Ebit I) dank des ungebrochenen Kali-Booms auf 326,4 (69,4) Mill. Euro. Unter dem Strich lag der Gewinn bereinigt bei 231,1 (42,2) Mill. Euro. Damit übertraf der Konzern die Prognosen der Analysten deutlich.

Analysten hatten für das zweite Quartal im Durchschnitt bei Umsätzen von 1,121 Mrd. Euro nur ein Ebit I von 270 Mill. Euro erwartet. Unter dem Strich waren die Experten von einem bereinigten Gewinn von 193 Mill. Euro ausgegangen. Hauptergebnistreiber war das Düngemittelgeschäft. Der schwächere Ergebnisbeitrag des Salzgeschäftes sei damit bei Weitem überkompensiert worden. Das operative Ergebnis kletterte bei Kali- und Magnesiumprodukten im Berichtszeitraum auf 291,4 (55,9) Mill. Euro. Der Kali-Boom sei nach wie vor ungebrochen.

Für die künftige Geschäftsentwicklung zeigte sich der Konzern vor diesem Hintergrund weiterhin ausgesprochen optimistisch. Der Konzern hatte erst Ende Juli die Messlatte für das laufende Jahr erneut deutlich höher gehängt. Angesichts der weiter steigenden Preise für Düngemittel soll demnach ein operatives Ergebnis von 1,4 bis 1,6 Mrd. Euro erwirtschaftet werden. Diese Zahl wurde nun bestätigt. Zuvor waren mindestens 1,1 Mrd. Euro in Aussicht gestellt worden. 2007 hatte das Unternehmen operativ 285,7 Mill. Euro verdient. Bereits im Mai und Juni war die Prognose erhöht worden. Für den Umsatz hatte K+S bisher eine kräftige Steigerung erwartet.

Getragen werde diese Erwartung vor allem vom kräftigen Umsatzwachstum bei Kali- und Magnesiumprodukten sowie bei Compo und fertiva infolge starker Preisanhebungen auf den Weltmärkten für Kali- wie Stickstoffdüngemittel. Selbst nach der in den vergangenen Wochen zu beobachtenden Preiskorrektur bedeutender Agrarprodukte von ihren historischen Höchstständen gewährleiste das aktuelle Preisniveau der Landwirtschaft ein nach wie vor attraktives Renditepotenzial. "Insbesondere für Kalidüngemittel ist daher zu erwarten, dass die weltweite Nachfrage mit durchschnittlich etwa vier Prozent pro Jahr weiter spürbar wachsen wird", sagte Konzernchef Norbert Steiner. Auch künftig sollte die Knappheit bei Düngemitteln den Geschäftserfolg positiv beeinflussen.

K+S ist mit den vorgelegten Zahlen seiner Aufnahme in den Dax einen Schritt näher gekommen. Angesichts der die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffenden Ergebnisse sieht der Markt Spielraum für eine erneute Erhöhung der Gewinnprognose des Kasseler MDax-Wertes. Die Prognose für die zentrale operative Kennzahl Ebit I blieb aber unverändert - sie war erst Ende Juli angehoben worden.

Der Markt zeigte sich am Morgen überzeugt. Als "sensationell gut" bezeichnen Händler die Zahlen. "Es wurden ja sämtliche Prognosen sehr deutlich übertroffen", sagte ein Händler: "Als Konsequenz daraus müsste eigentlich die Jahresprognose erhöht werden und ein Spiel auf Dax-Aufnahme einsetzen". Die Aktie stieg am Morgen um rund 3,5 Prozent auf über 71 Euro.

Die Juli-Rangliste der Deutschen Börse hatte eine Aufnahme von K+S in den deutschen Leitindex ebenfalls als wahrscheinlich erscheinen lassen: bei der Marktkapitalisierung lag K+S damals auf Rang 18, bei der Liquidität auf Rang 21.

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