Kölner Motorenbauer
Deutz verabschiedet sich aus Deutz

Der Motorenbauer Deutz gibt seinen Standort in Köln-Deutz auf und verkauft das Grundstück für 125 Millionen Euro an einen Projektentwickler. Die Einnahmen sollen zum Großteil in das Servicegeschäft investiert werden.
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DüsseldorfDer Motorenbauer Deutz füllt mit dem Verkauf seines früheren Standorts in Köln-Deutz die Konzernkasse. Das 160.000 Quadratmeter große Gelände sei an den Düsseldorfer Projektentwickler Gerchgroup verkauft worden. Dadurch nehme das Unternehmen im laufenden Jahr rund 125 Millionen Euro ein, in den kommenden Jahren könnte noch ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag hinzukommen. Einen großen Teil der Einnahmen werde der Konzern wieder investieren, kündigte Vorstandschef Frank Hiller am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Köln an.

Deutz hatte seinen Standort innerhalb Kölns verlegt und profitiert nun von den hohen Preisen für Bauland und Immobilien. Die Gerchgroup will auf der Industriefläche in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mit hohem Wohnanteil errichten. „Der endgültige Preis ist wirklich hoch für die Quadratmeterzahl“, sagte ein Händler. Die im SDax gelistete Aktie legte zeitweise um mehr als vier Prozent zu.

Deutz erwartet durch die Transaktion im laufenden Jahr nach Steuern einen Ergebnisbeitrag im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, der als Sondereffekt ausgewiesen werde. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern unter dem Strich 16 Millionen Euro verdient nach 3,5 Millionen Euro 2015. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von sieben Cent je Aktie erhalten. Im laufenden Jahr will das Unternehmen seinen Umsatz von zuletzt 1,3 Milliarden Euro deutlich steigern. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) vor Sondereffekten soll gegenüber dem Vorjahreswert von 1,9 Prozent moderat steigen.

„Für die kommenden Jahre streben wir eine stabile oder steigende Dividende und – über einen Mehrjahreszeitraum betrachtet – eine Ausschüttungsquote von 30 Prozent an“, bekräftigte Deutz-Chef Hiller. Er hatte Anfang des Jahres die Nachfolge von Helmut Leube angetreten. Aktionäre forderten die Zahlung einer Sonderdividende beziehungsweise eine Ausschüttungsquote von 50 Prozent. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Aktionäre“, kritisierte Aktionärsvertreter Udo Rüther die Dividendenpolitik. „Da sollten sie nochmal drüber nachdenken.“ Finanzchefin Margarete Haase sagte zu, dass sich der Vorstand mit der Frage einer Sonder-Dividende befassen werde. Es gebe aber noch keine Entscheidungen.

Hiller kündigte an, dass der Konzern die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf unter anderem in das Servicegeschäft investieren werde. „Dieses margenträchtige Geschäftsfeld wollen wir mit neuen Produkten und Dienstleistungen rund um den Motor ausbauen.“ Weitere Mittel aus dem Verkauf sollten in die Internationalisierung fließen und in die Erweiterung der Produktpalette. „Akquisitionen möchte ich dabei nicht von vornherein ausschließen. Über allem steht jedoch weiterhin die Sicherung einer starken Bilanz.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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