Konkurrenten dicht an dicht
Bayer Crop Science will Nummer eins im Pflanzenschutz werden

Die Pflanzenschutzsparte von Bayer will in den kommenden Jahren stärker wachsen als der Markt. Für 2006 sei dann die Ablösung von Syngenta an der Spitze der Produzenten für Pflanzenschutzmittel dran.

HB MONHEIM. Jochen Wulff, der Bayer Crop Science-Vorstandschef, sagte am Mittwoch im Rahmen einer Konferenz in Monheim: "Wir können und werden 2006 die Nummer eins sein." Dies gelte sowohl für den Umsatz als auch den Marktanteil. Zugleich bestätigte Wulff das Ziel, bei konstanten Wechselkursen 2006 einen Umsatz von sieben Milliarden Euro erreichen zu wollen. 2002 lag der pro-forma-Umsatz bei rund sechs Milliarden Euro. Bayer war durch die Übernahme von Aventis Crop Science dicht hinter Syngenta weltweit zur Nummer zwei unter den Produzenten für Pflanzenschutzmittel aufgestiegen. Um Kartellauflagen zu erfüllen, musste der Konzern allerdings 700 Millionen Euro Umsatz abgeben.

"Bei einem angenommenen langfristigen Wachstum des Weltmarkts für Pflanzenschutzprodukte von circa zwei Prozent pro Jahr planen wir eine Steigerung unseres Umsatzes um vier Prozent", prognostizierte Wulff. Neue Produkte sollen bis 2006 mehr als 800 Millionen Euro zum Umsatz beitragen, bestätigte Wulff frühere Aussagen. Zum erwarteten Umsatz in diesem Jahr wollte er keine Angaben machen. Im ersten Halbjahr 2003 war der Umsatz auf Grund der Übernahme um 66 Prozent auf 3,228 Milliarden Euro gestiegen. Ein pro-forma-Vergleich ergebe in diesem Zeitraum allerdings einen Rückgang um vier Prozent, der jedoch überwiegend auf Währungseffekte zurückzuführen sei. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz im ersten Halbjahr um acht Prozent gestiegen.

Mit einer Marge beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 27 Prozent im ersten Halbjahr liege Bayer bereits Kopf-an-Kopf mit den wichtigsten Wettbewerbern. Im Gesamtjahr wird die Marge allerdings niedriger sein, da die zweite Jahreshälfte generell schwächer als die erste ausfällt. Bis 2006 will Bayer eine Ebitda-Marge von 29 Prozent erreichen.

Wulff: Derzeit keine größeren Zukäufe geplant

Große Übernahmen seien in dem sich weiter konsolidierenden Markt nicht geplant, betonte Wulff. Allerdings schaue sich der Konzern zur Abrundung des Portfolios nach kleineren Akquisitionsmöglichkeiten um. "Das kann bei 100 Millionen Umsatz plus/minus liegen."

Die Gespräche mit Aventis über die genaue Bewertung von Aventis Crop Science hofft Wulff bis Ende des Jahres abschließen zu können. "Das wäre sinnvoll für beide Seiten", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. In der Branche wird für Bayer nach den Verhandlungen mit einem Preisnachlass für die größte Akquisition in der Firmengeschichte gerechnet. Bayer habe insgesamt 7,8 Milliarden Euro für Aventis Crop Science aufgewendet, bestätigte ein Sprecher. Bayer hatte zunächst 7,25 Milliarden Euro als Kaufpreis genannt. Die Differenz sei unter anderem durch eine unterschiedliche Rechnungslegung bei Bayer und Aventis sowie durch den Abstand von mehreren Monaten zwischen der Unterschrift und des Abschlusses des Kaufvertrages zustande gekommen.

Die Bayer-Aktie lag am frühen Abend 3,3 Prozent im Plus bei 20,29 Euro.

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