Konkurrenz für K+S
Oligarch schafft einen Kali-Giganten

Die Russen bauen ihre Position als Rohstoff-Weltmacht aus: Bis zum Jahresende will Düngemittelhersteller Uralkali die Übernahme des Wettbewerbers Silvinit über die Bühne bringen. Damit entstünde über Nacht ein mächtiger Wettbewerber für den deutschen Marktführer K+S.
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MOSKAU. Das fusionierte Unternehmen Uralkali-Silvinit wäre der größte Kali- und Düngemittelkonzern Russlands - und würde rund 17 Prozent des Weltmarkts kontrollieren.

Der Plan für die Mega-Fusion in Russland reift bereits seit Sommer dieses Jahres: Damals hatte der kremlnahe Oligarch Suleiman Kerimow über Tochtergesellschaften schrittweise die Mehrheit am Branchenriesen Uralkali übernommen. Zuvor hatte er bereits ein 25-Prozent-Paket an dessen Wettbewerber Silvinit erworben. Seither rechneten Analysten mit der Fusion der beiden Konzerne.

Diese Woche sprach der designierte Kali-König Kerimow persönlich beim russischen Premierminister Wladimir Putin vor, denn ohne dessen Zustimmung sind derlei Mega-Fusionen in Russland kaum vorstellbar. Putin hob den Daumen - und gab Kerimow einen klaren Auftrag "zur Schaffung eines nationalen Champions, der am Wettbewerb auf den Weltmärkten teilnimmt", zitierte die Agentur Bloomberg gestern einen Gesprächsteilnehmer.

Russlands neuer Champion hätte - gemessen an den Bilanzzahlen des Krisenjahres 2009 - einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen wäre damit deutlich kleiner als der Wettbewerber K+S, der in jenem Zeitraum 3,6 Milliarden Euro einfuhr. Russland ist indes reich am begehrten Düngemittel-Rohstoff Kali, was dem neuen Wettbewerber aus dem Osten hervorragende Wachstumsperspektiven bietet.

Wie profitabel das Kaligeschäft in Russland schon heute ist, zeigt ein Blick auf die Ebitda-Margen: Bei Uralkali etwa lag sie 2009 bei 56 Prozent - der deutsche Wettbewerber K+S kam in jenem Zeitraum nur auf 11,5 Prozent. Rechnet man Nachsteuer-Ergebnisse der beiden russischen Fusionskandidaten für 2009 zusammen, ergibt sich ein Gewinn von 627 Millionen Euro. K+S kommt dagegen nur auf 238 Millionen Euro. In Russland entsteht ein mächtiger Konzern.

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