Konkurrenz für Nestlé
Lavazza greift in Deutschland an

Der italienische Kaffeespezialist ärgert sich über Nestlés Vormachtstellung im Geschäft mit Espresso-Kapseln und den dazu passenden Maschinen. Mit neuen Produkten drängt das Familienunternehmen nun in die deutschen Küchen. Das planen die ehrgeizigen Italiener.
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MAILAND. Italiens Kaffeeröster Lavazza plant eine kräftige Stärkung des Deutschlandgeschäfts. Im Fokus hat das Familienunternehmen den Markt mit Kaffeekapseln und zugehörigen Maschinen. Mit diesen Produkten dominiert Nestlé unter der Marke „Nespresso“ den deutschen Markt.

Mit der Maschine „A Modo Mio“ will Lavazza den Schweizern mit einiger Verspätung Paroli bieten. Der Deutschlandumsatz soll in den nächsten drei Jahren um ein Drittel steigen, sagte Vizepräsident Giuseppe Lavazza, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Schon heute macht der deutsche Markt mit knapp 100 Mio. Euro fast ein Zehntel des Gesamt-Umsatzes von Lavazza aus. Mit 1,1 Mrd. Euro Umsatz ist das Unternehmen italienischer Marktführer beim Espresso. Im Heimatland hält Lavazza laut Marktforschung Nielsen rund die Hälfte der Marktanteile.

Weltweit ist Lavazza in 90 Ländern präsent, von Island über Amerika bis nach Australien. Auch die Krise hat Lavazza gut überstanden. „Wir haben keine Schulden“, stellt Giuseppe Lavazza klar, „und noch 300 Mio. Euro für Zukäufe.“

Die Espresso-Maschine „A Modo Mio“ wird von Saeco und Philips produziert und mit Lavazza-Kapseln betrieben. „Wir schätzen, dass das Geschäft mit Kapseln schon heute ein Zehntel des deutschen Espresso-Marktes ausmacht“, sagt Lavazza. Der Trend wird sich seiner Ansicht noch verstärken. „In zehn bis 15 Jahren werden die Kapseln der Standard sein.“

Lavazza will vor allem den Platz in Küchen deutscher Privathaushalte einnehmen. Bislang sind die Italiener mit den Kapsel-Maschinen hierzulande fast nur in Büros und Kantinen unterwegs. Dass Lavazza Herz und Portemonnaie der Deutschen erobern kann, steht für den Vize-Chef außer Frage. „Die Deutschen sind verliebt in italienisches Essen und Trinken“, sagt er.

Konkurrent Nestlé hat das Nespresso-Geschäft in den vergangenen Jahren kräftig ausgebaut. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres wuchs der Umsatz der Sparte um 20 Prozent. Insgesamt 220 Boutiquen haben die Schweizer mittlerweile weltweit eröffnet. In vielen Märkten wirbt Schauspieler George Clooney für die Marke.

Dass ein Schweizer Konzern Unternehmen aus Italien, dem Mutterland des Kaffegenusses, abhängt, findet Lavazza „ärgerlich“. „Aber der Kunde wird entdecken, dass es mit Lavazza etwas authentisch italienisches gibt.“

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  • Wer bitteschön ist so bescheuert und kauft Kaffeekapseln ? Ja, ich weiß, Millionen Deutsche sind dermassen bescheuert, und kaufen auch Computertintenstrahldrucker mit verdongelten Patronen oder geSiMlockte Handys. Kein Wunder, daß auch ausländische Firmen hier den Profit absahnen wollen wenn es so viele Dumme gibt in unserem Land.

    Kinder, da ist keine Kaffee drin, sondern nur aromatisierte Sägespäne !

    Die einzig sinnvolle Kaffeemaschine ist eine die echte Kaffebohnen mahlt, gerne ein Vollautomat.

  • NESPRESSO machte es weltweit salonfähig und viele Kopisten eilen hinterher. Die preiswertesten "Kapseln" sind die Art "Senseo"-Pads - wer auf Kaffeekrümmeln verzichten möchte, dem stehen diese Möglichkeiten zur Verfügung. PADs dieser Art gibt es nahezu überall zu kaufen.

    Nun kommt also LAVAZZA mit Edel-Kapseln zu edlen Preisen. Der Markt verträgt sich viele Hersteller, wenn der Kunde fleißig die teueren Kapseln kauft. Für selten-Trinker eine sehr gute Alternative.

    Für viel-Trinker wird es jeoch ziemlich schnell teuer.

    Für die Experten und wirkliche fans unter den Espressoliebhabern ... geht jedoch NiCHTS über das eigene Mahlen und befüllen der Siebträger mit frischem Kaffeebohnenmehl, welches professionell angedrückt und mit einem guten Gerät bedampft wird.

    Der Markt ruft "eigentlich" sogar nach sehr kompakten Zusatzkleingeräten, die rohe Kaffeebohnen rösten. Das fehlt noch im Angebot.

    Kapselmaschinen sind hier keine Konkurrenz. Kapselmaschinen und Kapselkonzepte sind eher eine kleine Konkurrenz für Vollautomaten. Viele Vollautomaten, auch in der Gastronomie, werden jedoch mehr oder minder "mangelhaft" gepflegt. Hier bringen die Kapselgeräte Vorteile, da die Maschinen eigentlich nur mit Wasser in berührung kommen. Die kaffeeführenden Teile sind hier exrem einfach zu reinigen. Anders bei Vollautomaten.

    in Summe gilt aber positiv. Konkurrenz belebt das Geschäft ... und der Kunde profitiert.

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