Konzentration auf Deutschland ist ein Risiko
Klima für den Fertigbau wird zunehmend rauer

Nach drei Jahren Aufschwung wird das Klima für die Hersteller von Holzfertighäusern angesichts stark sinkender Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser rauer. Jeder zweite Hersteller melde einen niedrigeren Auftragsbestand als 2004 und plane eine geringere Produktion, sagte Dirk Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau vor Journalisten: "Wir rechnen in 2005 bestenfalls mit einer schwarzen Null."

HB DÜSSELDORF. Im Vorjahr steigerten die 40 Fertigbauunternehmen den Umsatz um vier Prozent auf 1,52 Mrd. Euro. Errichtet wurden 10 400 Häuser, 400 mehr als im Vorjahr. Jedes achte Einfamilienhäuschen wird hier zu Lande in Fertigbauweise errichtet.

Klaas führt den erwarteten Rückgang vor allem auf das Tauziehen um die Eigenheimzulage zurück. Das habe der Bauindustrie seit zwei Jahren starke Vorzieheffekte beschert. Dieser Sondereffekt kehre sich nun um und führe zu einem rückläufigen Geschäft. Bauanalysten bemängeln angesichts der anhaltenden Baukrise dagegen, dass sich die Fertigbauer zu stark auf Deutschland konzentrieren. Der Auslandsanteil liegt im Branchendurchschnitt bei gerade einmal fünf Prozent.

Viele Unternehmen schreiben daher bereits rote Zahlen. Bei Bien-Zenker aus Schlüchtern, neben Kampa eines der wenigen börsennotierten und damit transparenten Unternehmen der von Familienunternehmen geprägten Branche, ist der Auftragseingang 2004 um fast 50 Mill. Euro auf 129 Mill. Euro eingebrochen. Das zur österreichischen Elk-Fertighaus gehörende Unternehmen schreibt trotz Umsatzsteigerung im Fertigbau erstmals einen Verlust von 3,6 Mill. Euro nach einem Gewinn von 2,2 Mill. Euro im Vorjahr. Finanzvorstand Günter Baum will nun beginnen, die "Auslandsaktivitäten zu forcieren".

Nur knapp an einem Verlust schrammte 2004 auch die Mindener Kampa AG vorbei. Kampa-Chef Bernd F. Pelz peilt aber ab 2006 eine Umsatzrendite vor Steuern von sechs Prozent an. Keine Show für die Anleger: Kampa erzielt auf wachsenden Auslandsmärkten bereits 15 Prozent des Umsatzes.

Aber auch Familienunternehmen wie die bayerische Haas-Gruppe haben ohne viel Tamtam bereits ein beachtliches Auslandsgeschäft aufgebaut. Firmenchef Xaver Haas erzielt 40 Prozent seines Umsatzes von 400 Mill. Euro im Fertigbau, den Rest verdient er mit Fenstern und Holzprodukten. Der Auslandsanteil liege bei 40 Prozent. "Wir müssen einen Ausgleich für das Deutschlandgeschäft finden", sagt er. Angaben zur Ertragslage der Gruppe macht Haas aber nicht.

Nun hat er sich sogar an ein Großprojekt gewagt. Im italienischen Wintersportort Pragelato bei Sestriere baut er für die Olympiade 2006 in Turin ein Hoteldorf mit 87 Holzhäusern in Fertigbauweise für 22 Mill. Euro. Investoren sind Privatleute aus Irland um den Schweizer Hotelentwickler Charles Fessel.

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