Konzern profitiert von Chaos bei VW-Aktie
Porsche besänftigt die Märkte

Die erratischen Kurssprünge der Volkswagen-Aktie bringen den Großaktionär Porsche unter Zugzwang. Um weitere Turbulenzen zu vermeiden und das Handelsvolumen mit VW-Aktien zu erhöhen, löst Porsche Kaufoptionen für etwa zwei Millionen VW-Aktien auf. Der Londoner Hedge-Fonds Marshall Wace widerspricht unterdessen, von dem Chaos bei der VW-Aktie stark betroffen zu sein.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Schwaben machen bei der Auflösung der Kaufoptionen dabei einen guten Schnitt: Bei einem angenommen Basispreis der Optionen von 200 Euro und einem VW-Kurs von 550 Euro hat Porsche rund 700 Mio. Euro eingenommen.

Porsche erklärte am Mittwoch, insgesamt bis zu fünf Prozent der Kaufoptionen auf VW aufzulösen, falls dies die Marktlage erfordere. Dann allerdings hätte der Sportwagenhersteller nicht mehr Zugriff auf 74,1 Prozent der VW-Stammaktien, sondern nur noch auf 69,1 Prozent. Damit würden die Stuttgarter vorübergehend das Ziel einer Mehrheit von 75 Prozent gefährden. Diese ist Voraussetzung für einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit VW, den Porsche anstrebt. Aber möglicherweise spielt den Schwaben die weitere Marktentwicklung in die Karten, und sie können die VW-Aktien auch ohne Optionen bald günstig an der Börse kaufen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt die Mehrheit an VW zu erwerben, wäre für Porsche wirtschaftlich unsinnig", sagte ein Sprecher des Unternehmens dem Handelsblatt. Der Grund: Der hohe VW-Kurs hätte gravierende Auswirkungen auf die Porsche-Bilanz. Denn bereits ab einem VW-Anteil von 50 Prozent plus einer Aktie müsste Porsche den größten europäischen Autobauer als Tochterunternehmen konsolidieren. Damit müsste Porsche den Goodwill - den Geschäfts- oder Firmenwert - in der Bilanz aktivieren. Dieser entsteht, wenn Porsche bei der Übernahme der VW-Anteile einen höheren Preis als den aktuellen Wert des erworbenen Reinvermögens zahlt.

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