Konzernchef fürchtet antijapanische Stimmung
Toyota plant Preiserhöhungen in den USA

Der japanische Autohersteller Toyota plant in dem von hohen Rabatten gekennzeichneten US-Automarkt Preiserhöhungen. Wie Toyota-Chef Hiroshi Okuda in Tokio ankündigte, will der hinter General Motors (GM) zweitgrößte Autobauer der Welt vor allem bei neuen Modellen die Verkaufserlöse in Nordamerika erhöhen. Toyota demonstriert damit seine außerordentliche starke Position auf dem umkämpften Markt.

HB/hof FRANKFURT. Okuda hatte einen solchen Schritt vor einigen Wochen angedeutet und damit begründet, den wankenden US-Konkurrenten Spielraum zur Verbesserung ihrer Renditen verschaffen zu wollen. Denn die einheimischen Anbieter – allen voran GM und Ford – können ihre Kapazitäten nur noch mit steigenden Rabatten auslasten, verlieren seit Jahren Marktanteile und geraten immer stärker in Schieflage.

Toyotas Preiserhöhung, die Okuda nicht näher beziffern wollte, dürfte daher auch politisch motiviert sein. Okuda hatte bereits mehrfach Befürchtungen geäußert, dass der Niedergang der US-Automobilindustrie zu antijapanischen Ressentiments führen könnte. „GM und Ford sind Symbole der US-Industrie – wenn die ins Straucheln geraten, könnte das nationalistische Gefühle auslösen. Ich habe die Befürchtung, dass sich dies auch in politischen Entscheidungen niederschlagen könnte“, sagte Okuda kürzlich mit Blick auf protektionistische Maßnahmen. Er hatte angedeutet, mit dem Start einer Preiserhöhungsrunde dazu beitragen zu wollen, die besorgniserregende Ertragssituation der US-Anbieter zu entspannen. Marktbeobachter bezweifeln allerdings, dass es sich die US-Konkurrenten leisten könnten, bei den Preisen nachzuziehen.

Okuda fürchtet wohl eine negative Stimmung gegenüber ausländischen Fabrikaten mehr als klassische Schutzmaßnahmen wie Zölle. Denn die ausländischen Hersteller – allen voran Toyota – haben ihre Marktmacht durch Produktionsstätten in Nordamerika abgesichert. In den vergangenen 20 Jahren entstanden rund zwei Dutzend Werke asiatischer und europäischer Automobilbauer in den USA. Toyota errichtet zurzeit in Texas bereits sein sechstes US-Montagewerk, der koreanische Anbieter Hyundai eröffnete kürzlich unweit vom Mercedes-Werk in Alabama seine erste US-Autofabrik. Nissan, Mitsubishi, Mazda und Isuzu produzieren ebenso schon in Amerika wie BMW und Mercedes.

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