Konzernchefs betonen Fusionswillen
Puma und PPR: „Ein perfektes Paar“

Der französische Luxusgüterkonzern PPR will Puma übernehmen. Um zu demonstrieren, wie gut die beiden Unternehmen zusammenpassen, ließen sich die beiden Chefs jetzt etwas Besonderes einfallen. Dabei erlaubten sie auch einen kurzen Einblick in ihre Zukunftspläne.

NÜRNBERG. Sie könnten auch gerade von einem gemeinsamen Golfspiel oder Segeltörn zurückgekommen sein: Lässig und cool, mit sonnengebräunten Gesichtern und offenem Hemdkragen, absolvierten Puma-Vorstand Jochen Zeitz und PPR-Chef François-Henri Pinault in Nürnberg ihren ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt.

Die zwei Männer, die Puma unter dem Dach des französischen Luxuskonzerns zur weltweit begehrtesten Sportlifestyle-Marke machen wollen, verstehen sich offensichtlich auch privat bestens. Das Motto der geplanten Übernahme - „Wir passen perfekt zusammen“ - trifft zumindest auf die Manager offensichtlich zu. „Wir sind dieselbe Generation“, sagte Zeitz. Und so scherzten die beiden 44- Jährigen gemeinsam und sprachen sich mit Vornamen an.

Zeitz freute sich, sein seit seinem Studium in Paris „etwas eingerostetes“ Französisch wieder aufbessern zu können. Und Pinault zeigte sich glücklich, im zweiten Anlauf einen „Weltklasse-Manager“ ins Haus holen zu können. Das hatte der Franzose schon vor drei Jahren versucht, wie er freimütig erzählte: Zeitz habe Chef bei der zu PPR gehörenden Edelmarke Gucci werden sollen. „Aber er war damals zu beschäftigt mit Puma.“

Doch es ist sicher nicht nur persönliche Sympathie, die Pinault - in schwarzen Puma-Sneakers - zu seinem „Freund Jochen“ nach Franken brachte. Das hochprofitable Herzogenauracher Unternehmen passt bestens in die Strategie der Franzosen, die zwar nur 20 Prozent ihrer Umsätze, aber schon 43 Prozent ihrer Gewinne mit Luxusmarken machen und diesen Sektor weiter ausbauen wollen. Auch die Internationalität des PPR-Konzerns, der bislang 45 Prozent seiner Erlöse auf dem Heimatmarkt in Frankreich erzielt, wird deutlich gestärkt.

Im Gegenzug sieht Puma mit PPR im Hintergrund bessere Chancen denn je, sich zur weltweit begehrtesten Marke zu entwickeln, die Sport und Mode miteinander verbindet. „Wir können in der Welt der Mode noch viel lernen“, sagte Zeitz. Das Business werde immer härter und schnelllebiger, die Zyklen für neue Kollektionen immer kürzer. „Wir müssen auf höchstem Niveau mitspielen“, sagte Zeitz.

Weg hin zu einer Luxusmarke

Auch wenn der Weg hin zu einer Luxusmarke führen könnte, will sich Puma als Sportartikelanbieter nicht verabschieden. Es sei die „einzigartige Fähigkeit“ seines Unternehmens, auf der Fußballbühne - immerhin als Ausrüster des amtierenden Weltmeisters Italien - ebenso präsent zu sein wie auf dem Catwalk einer Modenschau in Paris, schwärmte der Puma-Chef. Spekulationen um seinen vorzeitigen Abgang aus Herzogenaurach nach 14 Jahren Amtszeit suchte Zeitz zugleich zu zerstreuen: „Ich habe Vertrag bis 2009.“ Er werde bleiben, solange man ihn wolle und brauche.

Pinault und Zeitz agierten in Nürnberg, als sei die Übernahme von Puma längst besiegelt. Von dem Umstand, dass PPR bislang erst den vom bisherigen Großaktionär Mayfair erworbenen 27-Prozent-Anteil hält, ließen sich die beiden in ihren Visionen nicht stören.

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