Kooperationsgespräche gescheitert
Überraschende Wende im Poker um Freenet

Die Kooperationsgespräche zwischen den Telekommunikationsunternehmen Freenet und United Internet sind gescheitert. Das hat sogar Beteiligte überrascht. Deutschlands zweitgrößter Internetanbieter United Internet brach die Verhandlungen in der Nacht zum Dienstag ab.

HB FRANKFURT. Der Mobilfunkdienstleister Drillisch hat nach eigener Aussage erst durch eine Plichtmitteilung von United Internet vom Abbruch der Gespräche mit Freenet erfahren. Drillisch -Chef Paschalis Choulidis sagte am Dienstag, er sei von der Information per Adhoc-Meldung überrascht worden. "Für uns hat sich dadurch aber nichts geändert“, betonte Choulidis.

United Internet hatte in der Nacht zum Dienstag mitgeteilt, die Gespräche mit Freenet über das DSL-Geschäft seien abgebrochen worden. Weiterhin gebe es aber exklusive Verhandlungen über einen Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an Drillisch. Erst in der vergangenen Woche hatten Freenet, United Internet und der Mobilfunkdienstleister Drillisch konkrete Gespräche über eine strategische Partnerschaft bekanntgegeben. Hintergrund waren Gespräche über eine mögliche Aufspaltung des Festnetz- und Mobilfunkanbieters Freenet.

Für eine Übernahme von Freenet oder eine Anteilsaufstockung bei dem Unternehmen hatten United Internet und Drillisch die Gemeinschaftsfirma MSP gegründet. Die Holding hielt zuletzt sechs Prozent an Freenet.

Drillisch will ungeachtet der gescheiterten Kooperationsgespräche zwischen United Internet und Freenet seine Kapitalerhöhung durchziehen. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Der Freenet -Vorstand will sich die Option eines Verkaufs der kompletten Gesellschaft oder von Teilen nur noch bis zum Jahresende offen halten. Wenn es bis dahin nicht zu einer Transaktion kommt, verfallen auch die hohen Verlustvorträge von Freenet – wegen der Unternehmenssteuerreform könnte sie sich ein Käufer bei einem Abschluss erst im neuen Jahr nicht mehr zunutze machen.

Dem Vernehmen nach gibt es noch andere Interessenten für den Internet- und Festnetzteil von Freenet. Unter anderem soll die auch hier zu Lande präsente spanische Telefonica ein Auge darauf geworfen. Auch Telecom Italia, in Deutschland mit der DSL-Tochter Hansenet aktiv, zeigt angeblich Interesse.

An der Börse sorgten die jüngsten Nachrichten für Enttäuschung. Mit dem Platzen der United-Internet -Spekulationen ging der Aktienkurs von Freenet kurz nach Handelsbeginn um fast 10 Prozent in den Keller auf rund 15,70 Euro. Die Papiere des Konkurrenten verbilligten sich um fast 7 Prozent auf 15,35 Euro. Auch die Drillisch -Aktie war betroffen mit einem Minus von 4 Pozent auf rund 6,70 Euro.

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