Korruption im Gesundheitswesen
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PremiumDie Bundesregierung will Korruption im Gesundheitswesen bekämpfen. Ärztekammern haben eigene Richtlinien entwickelt. Doch es gibt Schlupflöcher: Von der Pharmaindustrie veranstaltete oder gesponserte Ärzte-Fortbildungen.

DüsseldorfDie Veranstaltung ist nur für Fachleute: Im Hotel Berlin referiert Markus Müller am 5. Juni hinter verschlossenen Türen über die Forschung zur Blutgerinnungshemmung. Titel der ärztlichen Fortbildung: „Herzensangelegenheit Schlaganfallprävention“. Allerdings ist Müllers Thema nicht der Forschungsstand allgemein, sondern die Lage bei den Medikamentenherstellern Brystol-Myers Squibb und Pfizer. Denn Müller verdient bei Pfizer sein Geld. Kosten für die Doktoren: keine.

Im Gegenteil: An diesem Tag gibt es für die Mediziner nicht nur begehrte Fortbildungspunkte. In der Ankündigung der Veranstaltung lässt Pfizer die Doktoren auch gleich wissen, dass man Anreise, Übernachtung und Essen großzügig bezuschusse – mit insgesamt 762 Euro pro Person. Die PDF-Datei, die die Ärztekammer Berlin von Pfizer übernommen hat, um das Programm anzukündigen, nennt sich gleich ungeniert „Eliquis-Cardio-Campus-Schlaganfallprävention“. Eliquis ist Pfizers...

 
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