Korruptionsaffäre
Ex-Siemens-Manager zahlt Millionen zurück

Siemens darf sich über 8 Millionen Euro freuen. Soviel Geld hatte ein ehemaliger Spitzenmanager des Technologiekonzerns auf Konten im In- und Ausland geparkt. Die deutschen Ermittler, die die Korruptionsaffäre bei Siemens untersuchen, sprechen von Schmiergeldern.

HB ATHEN/MÜNCHEN. Zur Rückzahlung hat sich der ehemalige Manager am Montag offiziell bereit erklärt. Er und Siemens haben sich nach Aussagen seines Rechtsanwaltes außergerichtlich auf die Rückzahlung geeinigt. Der Mann sei am Montag freiwillig bei der Athener Staatsanwalt erschienen. Siemens hatte vor wenigen Tagen Klage gegen den ehemaligen Mitarbeiter erhoben und auf Rückgabe des Geldes gedrängt.

Das fragliche Geld soll sich auf zwei Bankkonten in der Schweiz und in Griechenland befinden und diente nach Aussagen des ehemaligen Siemens-Managers „finanziellen Interessen“ des Unternehmens. Das Geld sei „eindeutig nur für Zwecke des Wachstums des Unternehmens“ eingesetzt worden, hat der Mann dem Staatsanwalt laut staatlichem griechischen Rundfunk gesagt. Ermittler in Deutschland hatten in den vergangenen Wochen diese Gelder als Schmiergelder für Aufträge im Ausland eingestuft.

Der Grieche gilt als Schlüsselfigur im System schwarzer Kassen, das hochrangige Mitarbeiter des Konzernbereichs Telekommunikation (Com) in den vergangenen Jahren aufgebaut hatten. Der Mann war jahrelang Chef der Telekom-Sparte in Griechenland. Im April hatte sich Siemens von dem Manager, der in München ein Technikstudium absolviert und dann im Konzern Karriere gemacht hatte, getrennt. Er gilt als einer von zwölf Beschuldigten, gegen die die Staatsanwaltschaft München ermittelt. Sie werden verdächtigt, 200 Mill. Euro veruntreut zu haben. Ob das Geld nur für Schmiergeldzahlungen im Ausland verwendet wurde, ist offen.

Korruption bei Olympischen Spielen?

Laut Berichten aus Ermittlerkreisen soll der Beklagte Zugriff auf Konten gehabt haben, auf denen 41 Mill. Euro verbucht waren. Einen großen Teil des Geldes haben die Behörden in der Schweiz beschlagnahmt. Zuvor soll es dem Manager gelungen sein, Millionen abzuheben zu haben, unter anderem eine Summe von sechs Mill. Euro für den Bau eines Hauses.

Staatsanwälte in Griechenland und Deutschland beschäftigt vor allem die Frage, ob es mit den Millionen aus schwarzen Kassen auch bei der Auftragsvergabe für das Sicherheitssystem der Olympischen Spiele im Jahr 2004 in Athen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist.

Das Projekt war an ein Konsortium um das US-Unternehmen Science Applications International Corp. vergeben worden und hatte ein Volumen von ungefähr 1,2 Mrd. Euro. Wichtigster Konsortialpartner der Amerikaner in Athen war Siemens. Das Auftragsvolumen belief sich für Siemens auf rund 255 Mill. Euro. Der Münchener Konzern und seine griechische Landesgesellschaft lieferten unter anderem Sensoren, ein Verkehrsmanagementsystem und Ausrüstungen für Kommunikationsnetze.

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