Küchenausrüster
KKR soll WMF bei Expansion ins Ausland helfen

WMF und der neue Großaktionär KKR planen ein stärkeres Engagement im Ausland. Bisher wird der Großteil des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet, aber das soll sich bald ändern. Vor allem in Asien gebe es Nachholbedarf.
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FrankfurtDer Gastronomie- und Küchenausrüster WMF und sein neuer Großaktionär KKR arbeiten an Zukäufen im Ausland. „Was sich geändert hat, ist die Gesprächskultur. Wir reden sehr intensiv über internationales Wachstum", sagte WMF-Vorstandschef Thorsten Klapproth am Donnerstag im Vorfeld der Haushaltsmesse „Ambiente" in Frankfurt. Als Eigentümer des Spielwarenhändlers Toys'R'Us habe der Finanzinvestor beste Kontakte in den US-Einzelhandel.

„Wir sehen große Chancen in den USA, KKR kann uns aber auch in Asien den Steigbügel hinhalten", sagte er. Der US-Finanzinvestor war im vergangenen Jahr bei WMF eingestiegen und hält inzwischen 72 Prozent der stimmberechtigten Aktien des Unternehmens aus dem schwäbischen Geislingen an der Steige. Der österreichische Investor Andreas Weißenbacher besitzt nur noch 25,1 Prozent.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete WMF noch 52 Prozent des Umsatzes in Deutschland, doch soll sich das Verhältnis bald zugunsten des Auslandsgeschäfts umkehren. In Asien habe das 160 Jahre alte Traditionsunternehmen Nachholbedarf, sagte Klapproth. In China macht WMF nur 20 Millionen Euro Umsatz. Insgesamt stieg der Umsatz 2012 ohne Zukäufe um fünf Prozent auf 1,03 Milliarden Euro und überschritt damit erstmals die Milliardenschwelle. Seit 2005 hat er sich fast verdoppelt. Vor allem das durch Zukäufe stark ausgebaute Geschäft mit vollautomatischen Kaffeemaschinen für Hotels, Tankstellen und Fast-food-Ketten boomt: 2012 ist es um zwölf Prozent gewachsen und steht nun für knapp ein Drittel des Umsatzes.

Auch in den nächsten drei Jahren wolle WMF im Schnitt um fünf Prozent pro Jahr zulegen, sagte Klapproth. Zum Gewinn im Jahr 2012 äußerte er sich nicht. Über die einst angepeilte operative Umsatzrendite von fünf Prozent sei WMF aber längst hinaus. „Was wir erreicht haben, ist uns nicht genug." Zusätzlichen Druck vom neuen Eigentümer gebe es aber nicht. Größtes Sorgenkind von WMF ist das defizitäre Geschäft mit Elektrokleingeräten wie Toastern oder Wasserkochern der Billigmarken „Petra" und „Princess". Von neuen Handelsmarken komme zusätzlich Druck. Klapproth schloss einen Verkauf nicht aus: „Wir werden nicht auf Dauer zuschauen, dass ein Bereich jahrelang Verluste macht", sagte er. „Wir sind bei unseren strategischen Überlegungen sehr weit."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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