Künstliche Intelligenz
Wie Autos das autonome Fahren lernen sollen

Viele Hersteller träumen von Autos ohne Lenkrad und Pedale. Noch fehlt aber die künstliche Intelligenz dafür. Die Branche will deshalb die Fahrzeuge schlauer machen – und ihnen sogar das Lippenlesen beibringen.
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Stuttgart/SindelfingenDer Fahrer tippt den Blinker nur leicht an, schon wechselt das Auto im dichten Autobahnverkehr ohne sein Zutun die Spur. Die Hände lässt der extra geschulte Testfahrer nur zur Sicherheit am Lenker, die Füße nutzt er gar nicht. Die S-Klasse von Daimler hält selbstständig Abstand, gibt automatisch Gas und bremst. Auch um Knöllchen muss sich der Fahrer keine Sorgen machen. Denn er kann einstellen, dass sich das Auto an Tempolimits hält.

Die Testfahrt rund um Sindelfingen zeigt aber auch: Das automatisierte Auto hat noch zu lernen. Ampelsignale erkennt es nicht – und wenn bei der Einfahrt in den Kreisverkehr von links plötzlich Verkehr kommt, muss der Fahrer selbst auf die Bremse treten. Doch an der Lösung für das Problem wird gearbeitet: Audi etwa macht in den USA bereits Feldversuche, um seine Autos in großen Städten mit Ampelsystemen zu vernetzen.

Trotz der Hürden: Die Technik macht immer mehr Fortschritte – auch dank neuer Verfahren der künstlichen Intelligenz. Daimler-Experten beispielsweise haben ihre Software mit tausenden Bildern aus deutschen Städten gefüttert, um das System für komplexe Verkehrssituationen zu trainieren. Die automatische Erkennung von Tempolimits und Verkehrsschildern funktioniert in der S-Klasse denn auch erstaunlich gut.

Künstliche Intelligenz (KI) im Auto beschäftigt die gesamte Branche. Der Zulieferer Bosch hat für die nächsten Jahre angekündigt, das „Gehirn“ für das Auto liefern zu wollen: einen Bordcomputer, der Verkehrssituationen interpretieren und Vorhersagen über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer treffen soll. Dafür will auch Bosch eng mit Daimler zusammenarbeiten. Ihr gemeinsames Ziel: Vollkommen autonom fahrende Autos für den Stadtverkehr bis zum Beginn des kommenden Jahrzehnts auf den Markt bringen.

Auch Konkurrent Continental arbeitet in einer Forschungspartnerschaft mit der Oxford University daran, welche Algorithmen die optische Objekterkennung verbessern können. Der amerikanische Chiphersteller Nvidia entwickelt Technologien, die dem Auto ermöglichen soll, Gesichter zu erkennen und sogar Lippen zu lesen.

Die elektronische Abbildung des menschlichen Gehirns mit Hilfe elektronischer Vernetzung dürfte laut Jürgen Schmidhuber, Leiter des Schweizer Instituts für Artifical Intelligence (IDSIA), aber noch nicht so schnell kommen: „Wir brauchen noch 25 Jahre, um dort mithalten zu können.“

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Nur die Hälfte der Fahrer vertraut Autopiloten

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