Kunden des Autoherstellers reagieren verunsichert
Mitsubishi-Absatz bricht in Japan ein

Firmenchef Yoichiro Okazaki bestätigt gestern, dass angesichts des massiven Absatzeinbruchs in Japan Mitsubishi Motors (MMC) den erst vor einem Monat verkündeten Sanierungsplan noch einmal überarbeiten muss.

bas TOKIO. Viel Zeit bleibt dem Management dazu nicht mehr, kommen doch in zwei Wochen Board und Hauptversammlung zusammen. Die Tageszeitung Mainichi berichtet ohne Angabe einer Quelle, der neue Sanierungsplan soll bereits in dieser Woche vorgelegt werden. MMC wollte dies nicht kommentieren.

Mitsubishi Motors (MMC) hatte im Mai auf dem Heimatmarkt Japan 56 Prozent weniger Autos verkauft als noch im Jahr zuvor. Potenzielle Kunden sind zum einen über die finanzielle Zukunft von Japans viertgrößtem Autobauer verunsichert, angesichts des Rückfalls in die Verlustzone und nachdem Daimler-Chrysler, noch mit 37 Prozent beteiligt, dem Autobauer die weitere finanzielle Unterstützung gekündigt hat. Dazu kommt ein massiver Vertrauensverlust der Kundschaft, nachdem sowohl MMC als auch die 2003 abgespaltene Lastwagensparte Mitsubishi Fuso Truck & Bus bekannt gegeben haben, dass in der Vergangenheit Qualitätsmängel vertuscht wurden. Zusammen müssen die beiden unter der Marke Mitsubishi fahrenden Firmen in diesem Jahr fast eine Million Fahrzeuge zurück in die Werkstätten rufen. Die vertuschten Mängel sind Topthema in Japans Medien, die bereits im Jahr 2000 einen massiven Rückrufskandal bei MMC erlebt haben. Viele der jüngsten Fälle wurden erst nach Vorlage des MMC-Sanierungsplans im Mai bekannt, der die Streichung tausender Arbeitsplätze, Werkschließungen und die Verlagerung der Firmenzentrale nach Kyoto vorsieht.

Okazaki hat bereits angekündigt, auch die folgenden Monate würden schwierig für den Inlandsabsatz von MMC. Das Unternehmen rechnet zwar für das im April begonnene Geschäftsjahr 2004/05 ohnehin mit einem weltweiten Umsatzrückgang von mehr als 10 Prozent auf umgerechnet 18 Mrd. Euro. Dazu sollen 1,45 Millionen Autos abgesetzt werden. Jedoch könnten diese Erwartungen noch unterschritten werden. Der japanischen Wirtschaftszeitung Nihon Keizai zufolge will MMC das Verkaufsziel für Japan von 300 000 Fahrzeugen auf 220 000 zurückschrauben. Im Gegenzug seien schnellere Kostensenkungen geplant. Nach dem bisherigen Sanierungsplan will MMC im Geschäftsjahr 2006/07 wieder einen Nettogewinn erwirtschaften. Firmen der Mitsubishi-Gruppe, die Investmentfirma Phoenix Capital und die Investmentbank JP Morgan haben zugestimmt, umgerechnet 3,5 Mrd. Euro in das Unternehmen zu schießen.

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