Lage bei Kapitalausstattung kritisch
Strumpfhersteller Kunert in der Krise

Bei Kunert kriselt es: Der Strumpfhersteller sieht nach einem erneuten Verlust 2004 bei seiner Kapitalausstattung eine kritische Lage erreicht. Die Übernahme durch einen Investor sei nicht mehr ausgeschlossen. Insolvenzgefahr bestehe jedoch nicht.

HB MÜNCHEN. Kunert sei für eine finanzielle Fremdbeteiligung offen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. „Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, sehen wir hier Chancen für unser Unternehmen“, sagte Finanzvorstand Hubert Nopper, der einen chinesischen Partner favorisieren würde. Konkrete Gespräche habe es noch nicht gegeben. Auf die Frage, ob ein potenzieller Investor die Mehrheit übernehmen könne, sagte Nopper: „Das sind Spekulationen, aber grundsätzlich bestehen sämtliche Optionen.“

Im vergangenen Jahr schaffte es der Strumpfhersteller aus dem bayerischen Immenstadt nicht, wie geplant in die schwarzen Zahlen zurückzukehren. Vor allem auf Grund von Aufwendungen für die Umstrukturierung betrug der Verlust 2,7 (Vorjahr 2,8) Mill. €. Dadurch sei das Konzernkapital weiter angegriffen worden und eine „nicht unkritische“ Eigenkapitalquote zwischen zwei und drei Prozent erreicht, sagte Nopper. Es seien jedoch ausreichend liquide Mittel vorhanden. „Wir sehen keine Insolvenzgefahr.“

2005 will das Unternehmen durch konsequente Kostensenkung in die schwarzen Zahlen kommen, obwohl es einen Umsatzrückgang zwischen zwei und drei Prozent erwartet. Der Personalabbau soll fortgeführt werden, jedoch etwas langsamer als 2004, als die Mitarbeiterzahl um zehn Prozent auf 1640 zurückging. Die seit 1988 börsennotierte Kunert AG leidet seit Jahren unter der schlechten Lage der Bekleidungsbranche. Der Umsatz des Unternehmens sank seit 1993 um über 80 %.

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