Lanxess
Chemiekonzern peilt Rekordergebnis an

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess steuert nach einem Umsatz- und Gewinnsprung zum Jahresstart auf ein Rekordergebnis zu. Für das Unternehmen wäre es das erfolgreichste Geschäftsjahr seit seiner Gründung.
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DüsseldorfIn der Chemieindustrie stehen die Zeichen nach einer längeren Durststrecke wieder auf Wachstum. Dieser Trend wird nun auch vom Spezialchemiekonzern Lanxess gestützt. Nach einem starken ersten Quartal erhöhten die Kölner ihre Jahresprognose und erwarten nun einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda vor Sondereinflüssen) von mehr als 1,23 Milliarden Euro. Es wäre das beste Ergebnis in der zwölfjährigen Konzerngeschichte.

Der Umsatz von Lanxesss legte im ersten Quartal um ein Viertel auf 2,4 Milliarden Euro zu, der bereinigte Betriebsgewinn stieg ebenfalls um 25 Prozent auf 328 Millionen Euro. Treiber war die starke Chemiekonjunktur in allen Weltregionen, vor allem in Asien. Der Konzern steigerte in allen Segmenten die Verkaufsmengen und konnte die Preise weiter erhöhen.

Damit bestätigt Lanxess die Entwicklung in der gesamten Chemiebranche, die sich im ersten Quartal in einer überraschend starken Verfassung zeigt. Dank der weltweit anziehenden Nachfrage und dem Bauboom in Deutschland wuchs der Branchenumsatz im ersten Quartal um 3,8 Prozent, heißt es beim Chemieverband VCI. Für das Gesamtjahr erhöhte der Verband die Prognose und erwartet nun ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent auf 191 Milliarden Euro.

Der positive Trend zeigt sich bisher bei allen großen Herstellern. BASF steigerte zum Jahresauftakt den Umsatz um 19 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro und den bereinigten Betriebsgewinn um 29 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Euro. Das lag deutlich über den Erwartungen der Analysten. Auch die Essener Evonik erzielte ein Quartalsergebnis, das die Prognosen übertraf. Der Kunststoffhersteller Covestro spürt eine ungebrochen gute Nachfrage und schraubte seine Prognose hoch.

Für die Branche bedeutet dies eine lang ersehnte Entspannung. In den vergangenen Jahren spürten die Hersteller von mehreren Seiten Druck: Wegen einer schwache Nachfrage insbesondere in den Schwellenländern war die Auslastung der Chemiewerke niedrig, was die Gewinnspanne drückt. Zudem waren die Preise in vielen Segmenten rückläufig.

Lanxess-Chef Matthias Zachert geht davon aus, dass die gute Entwicklung weitergeht – für sein Unternehmen und für die Branche insgesamt. Allerdings dürften die Zuwachsraten nach dem außergewöhnlich guten ersten Quartal im Jahresverlauf moderater ausfallen, sagte Zachert am Donnerstag. Vor allem in Asien hatten viele Kunden in Erwartung steigender Preise Bestellungen vorgezogen und ihre Läger aufgefüllt.

Im Laufe des Jahres werden die Ergebnisse von Lanxess ohnehin kräftig steigen, weil der Konzern dann das Geschäft von Chemtura einbezieht. Die Kölner hatten den US-Spezialchemiekonzern im vergangenen Jahr für 2,4 Milliarden Euro übernommen. Im vergangenen Jahr kam Chemtura auf einen leicht gesunkenen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar, das Ergebnis war durch einen einmaligen Sondereffekt durch Pensionsumstellungen rückläufig. Im bereinigten operativen Geschäft hingegen legten die Amerikaner aber weiter zu.

Die Integration des Additiv- und Flammschutzspezialisten steht auf der Agenda des Lanxess-Managements ganz oben auf der Agenda. Ende April hat der Konzern die Übernahme von Chemtura abgeschlossen. Um eine schnelle und möglichst reibungsfreie Integration sicherzustellen, wird Lanxess seinen Vorstand von vier auf fünf Mitglieder erweitern.

Anfang Juni wird der Brite Stephen Forsyth in das Führungsgremium einziehen. Der 61-Jährige verantwortet als Chief Integration Officer die Eingliederung der Geschäfte von Chemtura, er war bisher Finanzchef des amerikanischen Konzerns. Die neu geschaffene Position ist auf ein Jahr befristet.

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