Laut Medienbericht
Daimler plant offenbar neues Sparprogramm

Angesichts der Krise in der Autobranche plant Daimler laut Medienbericht ein neues Sparprogramm. Ein ganzes Bündel von Maßnahmen soll die Kosten beim Autobauer senken. Auch eine Ausweitung der Kurzarbeit wird erwägt, so der Bericht.

HB STUTTGART. Der Stuttgarter Automobilkonzern wird dem Pressebericht zufolge am kommenden Dienstag bei der Vorlage der Bilanz das Sparpaket präsentieren. Damiler reagiere damit auf einen massiven Einbruch der Nachfrage und eine deutliche Verschlechterung der Ertragslage, schreibt die "Stuttgarter Zeitung" (Samstag) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Finanzanalysten rechnen mit roten Zahlen im vierten Quartal 2008, heißt es weiter. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" gibt es Überlegungen, die Kurzarbeit bis zum Ende des Jahres zu verlängern und zusätzliche Zwangspausen einzulegen, um die Durststrecke damit zu überbrücken. Bislang ist Kurzarbeit bis Ende März vereinbart, wobei es in den einzelnen Werken recht unterschiedliche Regelungen gibt.

Im Pkw-Bereich soll nach Angaben von Insidern das Tempo bei dem bereits laufenden Effizienzprogramm mit dem Titel "Go for Ten" verschärft werden, schreibt die Zeitung. Dazu würden 35 Arbeitspakete definiert, die dem Vernehmen nach ein jährliches Einsparvolumen von 1,6 Mrd. Euro bringen sollen. Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, dass bei der Bilanzpressekonferenz am kommenden Dienstag kein massiver Personalabbau verkündet wird. Weil Entlassungen nach dem Beschäftigungspakt bis Ende 2011 ausgeschlossen sind, müsste Daimler für Abfindungen und Frühpensionierungen viel Geld ausgeben.

Um aber dennoch die Personalkosten zu senken, wird erwogen, die für Mai vorgesehene Lohnerhöhung auf Dezember zu verschieben. Die Arbeitnehmervertreter sollen dies abgelehnt haben, heißt es in dem Bericht. Deutliche Einbußen drohen dem Vernehmen nach bei der Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter. Es soll Pläne geben, sie nicht entsprechend dem Geschäftserfolg des vergangenen Jahres, sondern auf einer reduzierten Basis zu ermitteln. Zudem werde erwogen, sie ganz oder teilweise einzufrieren und erst nächstes oder übernächstes Jahr auszuzahlen. Ähnliches gelte für das Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Zudem sollen auch freiwillige Sozialleistungen gekürzt werden. Besondere Verärgerung verursacht bei den Mitarbeitern, dass 160 der 800 Auszubildenden, die im Sommer ihre Lehre beenden werden, vom Unternehmen nicht übernommen werden sollen, schreibt die "Stuttgarter Zeitung".

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