Lebensmittel-Produktion
Das giftige Geheimnis auf unseren Tellern

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Die Methoden der Gentechnik-Firmen

Das Problem lösen soll die neue Technologie, also vor allem die Gentechnik. Der gigantische Markt für genveränderte Pflanzen ist in der Hand weniger Konzerne. Zwar sind gentechnisch veränderte Lebensmittel in Deutschland nicht zugelassen, aber die Gen-Branche erzielt hierzulande dennoch üppige Gewinne. Denn die Mastfabriken sind Großabnehmer der Soja-Produkte. Ein Lobbykartell aus Großagrariern, Gentechnik-Managern und Politikern hilft, diesen vermeintlichen Widerspruch zu überwinden.

Rickelmanns Meinung zu den Gen-Firmen ist eindeutig: „Mithilfe der grünen Gentechnik wird nun versucht, ein System zu erhalten, das in Wirklichkeit völlig am Ende ist.“ Die Annahme, dass in Zukunft nur eine durchrationalisierte, industrielle Landwirtschaft die Welt ernähren kann, sei ein fataler Irrtum.

Die Firmen in der Branche haben dasselbe Interesse wie jedes Unternehmen: Sie wollen wachsen. Doch ihre Jagd auf neue Rekordzahlen geht – und das ist der Unterschied zu anderen Branchen – brutal zulasten von Tieren und der Natur. Und mitunter schadet es sogar den Konsumenten selbst. Denn von „vergiften“ zu sprechen, ist weit weniger Polemik und Übertreibung als es auf den ersten Blick scheint.

So kommen mehrere Studien zu dem Ergebnis, dass gentechnisch verändertes Soja des US-Konzerns Monsanto gesundheitliche Schäden an Mensch und Tier verursacht. Rund sechs Millionen Tonnen davon importiert Deutschland jährlich. Übermäßigen Druck von den Behörden bekommt Monsanto nicht, was vor allem daran liegt, dass der Einfluss des Konzerns auf die Politik nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Als Deutschland 2008 den Versuchsanbau von Monsanto-Mais stoppte, wurde der deutsche Botschafter Klaus Scharioth ins US-Handelsministerium einbestellt. Wie die Geschichte genau ausging, ist nicht bekannt. Als großer Sieg der Lobbyisten gilt, dass es in den USA bis heute kein spezielles Prüfverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen gibt.

Kommentare zu " Lebensmittel-Produktion: Das giftige Geheimnis auf unseren Tellern"

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  • »Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.«
    schrieb der französische Denker Brillat-Savarin. Unsere Essgewohnheiten und der Umgang mit unseren Lebensmitteln widerspiegeln unsere Weltsicht, unsere Werte und unsere gesamte Lebenseinstellung.
    Viele Kinder wissen heute nicht mehr wie frisches Obst und Gemüse schmeckt. Ihr Geschmackssinn ist verkümmert. Der Lebensmittelindustrie ist das nur recht. Schließlich lässt sich mit den künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern auch billig produziertes Essen schmackhaft machen. Und unerwünschte Geschmacksnoten, die unser Körper normalerweise ablehnen würde, lassen sich überdecken. Das hat System, den darüber wiederum freut sich tierisch die Pharmaindustrie, kommen sie doch so in den Dauergenuss immer neuer "Kundschaft".... so greift ein Rädchen ins andere um ein komplett marodes System am Laufen zu halten. Und mittlerweile läuft unser "Körpereigenes Betriebssystem unter Fortschritt 3.0" mit automatisch laufender Updatefunktion - allerdings immer noch ohne Spam und Virenschutz!
    Jeder muss also seine "Festplatte" selbst aufräumen..., so gut es eben geht und darauf achten, was er in sein "Maulwerk" steckt.

  • "Wer die Nahrungsmittelversorgung kontrolliert,
    kontrolliert die Menschen.
    Wer die Energie kontrolliert,
    kontrolliert die Kontinente.
    Wer das Geld kontrolliert,
    der beherrscht die Welt."
    Henry Kissinger

    Danke Handelsblatt, hätte nicht gedacht solch ein Artikel hier zu finden.
    Ich persönlich habe aufgehört mit Menschen über die Lebensmittelproblematik zu diskutieren.
    Gegen Werbung, Gehirnwäsche und Medien manipulation seitens der Nahrungs-und Pharmamafia (Nestle, Kraft, Bayer,GlaxoSmithKline etc.) kommt man einfach nicht an.
    Ein jeder ist sein glückes Schmied.
    Von daher wer Aspartam/Nutra Sweet, Flour (chemie Abfälle), Geschmackverstärker, Konservierungsmittel,Farbstoffe und medikamenten/Hormon Cocktail, Pestizide, Herbizide und Fungizide in seinem Essen haben will. Bitteschön und Guten appetit.

    Nebenbei, bitte nacher nicht sagen "hätte ich das gewusst..."

  • Warum bzw. wofür bekommen Nutella, RWE und weitere genannte die Subventionen? Nur weil sie Land besitzen? Oder weil es auch Landwirtschaftlich genutzt wird?

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