Leuchtenhersteller
Zumtobel erwartet ein mageres Jahr

Leuchtenhersteller Zumtobel muss seine Prognose für das laufende Jahr erneut nach unten korrigieren. Vor allem die sinkende Nachfrage aus der kriselnden Bauwirtschaft belastet das Unternehmen.
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WienDer österreichische Leuchtenhersteller Zumtobel hat zum zweiten Mal in nur drei Monaten seine Prognose gekippt und damit seine Aktionäre schockiert. Wegen der schleppenden Umstellung auf die neuen LED-Lampen und der wachsenden Konkurrenz aus Asien erwartet Zumtobel nun im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende April) einen „signifikanten Rückgang“ der operativen Rendite, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Sie lag im vergangenen Geschäftsjahr noch bei 6,4 Prozent. An der Börse verlor die Zumtobel-Aktie daraufhin mehr als 14 Prozent an Wert.

Der Einbruch zeichnete sich bereits im dritten Quartal ab: Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) lag mit 9,6 Millionen Euro im Minus nach einem Plus von 15,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Verlust von 15,4 Millionen Euro nach einem Gewinn von 13 Millionen Euro.

Grund sei die Umstellung auf die neue LED-Technologie, die der Leuchtenindustrie zu schaffen mache, sagte Firmenchef Harald Sommerer zu Reuters. Zumtobel habe im Geschäft mit Komponenten für Innen- und Außenbeleuchtungen nicht mithalten können bei der Entwicklung neuer Produkte. „Die Herausforderung ist sicherlich groß und wir sehen es, es kämpfen auch die anderen Spieler in der Branche“, sagte Sommerer. Neben der Umstellung auf die neuen Lampen macht Zumtobel der Wettbewerb aus Korea und China zu schaffen, der die Preise drückt.

Auch für das im Mai anlaufende Geschäftsjahr 2012/13 erwartet Sommerer noch keine Besserung im Komponentengeschäft, das über ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmacht. „Ich würde das nächste Jahr noch als ein schwieriges Jahr und Übergangsjahr bezeichnen. Wir sind noch nicht so weit, wieder in einen Wachstumsmodus zu kommen“, sagte Sommerer. Dies sei erst 2013/14 wieder möglich. Zunächst gehe er von einer Stabilisierung der Geschäfte aus. „Ich sehe keine weiteren Rückgänge - es sei denn, es passiert am Markt etwas Dramatisches, was ich aber auch nicht sehen würde.“

Nach dem Einbruch hat Zumtobel bereits erste Konsequenzen gezogen und die Führungsebene der Komponenten-Tochter Tridonic umgebaut. Nach dem Abgang von zwei Managern Ende Januar führt Sommerer den Bereich nun vorübergehend selbst.

Der Blick auf den Gesamtkonzern stimmt Sommerer etwas optimistischer. In Europa entwickle sich das Kerngeschäft mit Leuchten für die Industrie, Büros, und Fassaden gut und Zumtobel wachse bei den neuen LED-Lampen. In den USA und Asien gebe es jedoch auch hier Nachholbedarf: Zumtobel werde die weitgehend selbständig agierenden Regionen enger an den Konzern anbinden, sagte Sommerer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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