LKW-Hersteller
MAN plant zweiten Anlauf in Indien

MAN hat sein Produktionsziel in Indien bisher verfehlt, der glücklose Start ist für das Unternehmen ein herber Rückschlag. Jetzt wollen die Münchner einen zweiten Anlauf versuchen und haben den Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen Force Motors von 30 auf 50 Prozent aufgestockt. Hoffnung machen neue Abgasnormen ab 2010 in Indien.

NEU DELHI. Der weltweit drittgrößte Lkw-Hersteller MAN muss seine ehrgeizigen Expansionspläne in Indien nach Jahren des Misserfolgs drastisch zurückschrauben. Seit Betriebsbeginn des MAN-Werks im zentralindischen Pithampur Ende 2006 hat der Münchner Konzern dort nur insgesamt 2 000 Fahrzeuge produziert. Dabei wollte MAN gemeinsam mit seinem indischen Partner Force Motors allein im vergangenen Jahr schon 6 800 Lastwagen bauen und 2010 die Kapazitätsgrenze des Werks von 24 000 Stück erreichen.

"Unsere bisherigen Erfahrungen in Indien sind sowohl positiv als auch negativ", sagte MAN-Vorstandschef Hakan Samuelsson dem Handelsblatt. Zwar würden die Fahrzeuge inzwischen zu mehr als 90 Prozent lokal in Indien gefertigt, womit MAN den meisten ausländischen Herstellern voraus sei. "Aber das angepeilte Produktionsvolumen hätten wir gerne schneller erreicht.

Der glücklose Start in Indien ist für den MAN-Chef ein herber Rückschlag. Seine Strategie, das schleppende Lkw-Geschäft in Europa durch die Expansion in den wachstumsstarken Schwellenländern auszugleichen, ist auf dem Subkontinent bisher nicht aufgegangen. Erst seit vergangenem Jahr versucht das Unternehmen in China und Brasilien mit eigenen Werken Fuß zu fassen.

Ein Rückzug in Indien, dem viert-größten Lkw-Markt der Welt, kommt deshalb nicht in Frage. Den Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit Force Motors hat MAN von 30 auf 50 Prozent aufgestockt. Jetzt wollen die Münchner einen zweiten Anlauf wagen. "Wir werden hart an der Stärkung des Vertriebs und der Kontakte zu unseren Kunden arbeiten", kündigte Samuelsson an. In den vergangenen drei Jahren hätten MAN und Force viel dafür getan, die Lkw-Modelle aus Europa den indischen Anforderungen anzupassen. "In der nächsten Phase geht es darum, diese Fortschritte auf dem Markt sichtbar zu machen."

Was das in Verkaufszahlen bedeutet, dazu erfährt man von MAN nach den überzogenen Prognosen der Anfangsphase kaum noch etwas. Erst recht nicht dazu, wann die volle Kapazität von 24 000 Fahrzeugen erreicht werden soll. Im aktuellen indischen Geschäftsjahr bis März 2010 plane man 2 000 Stück zu fertigen, davon etwa ein Drittel für den Export, sagte ein Unternehmenssprecher. Das ist ein Marktanteil von nur knapp über einem Prozent. Auch zur Frage, wie viele Jahre es noch braucht, bis das 150 Mio. Euro teure Lkw-Werk Geld verdient, gibt sich MAN zugeknöpft.

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