Lkw-Sparte
Volkswagen könnte MAN von der Börse nehmen

VW ordnet das Geschäft mit Nutzfahrzeuge neu. Wie bei Audi wollen die Wolfsburger daher auch bei MAN vollständig die Kontrolle übernehmen - und denken darüber nach, den Lkw-Hersteller von der Börse zu nehmen.
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Wolfsburg/MünchenZur weiteren Aufstockung seiner Anteile an MAN könnte der VW-Konzern die Lkw-Tochter einem Zeitungsbericht zufolge komplett von der Börse nehmen. Volkswagen überlege, MAN mit einer neuen Beteiligungsgesellschaft zu verschmelzen, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Donnerstag unter Berufung auf Unternehmenskreise. So könnten die übrigen MAN-Aktionäre in einem sogenannten Squeeze-out verdrängt und der restliche Streubesitz aufgekauft werden. Ein Sprecher in Wolfsburg bezeichnete dies als Spekulation, es gebe hierzu keine konkreten Pläne. Dementiert wurde der Bericht jedoch nicht: „Wir behalten uns alle Optionen offen.“

Europas größtem Autokonzern gehören inzwischen mehr als drei Viertel an dem Münchner Traditionsunternehmen. Wie schon bei Audi will VW mit MAN einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen. Er würde den Niedersachsen erlauben, bei der bayerischen Tochter in strategischen Fragen durchzuregieren und direkten Zugriff auf die Gewinne zu bekommen. Das Vorhaben soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden und dürfte zu weiteren Aufstockungen bei MAN führen.

Die verbliebenen MAN-Aktionäre müssten dann allerdings eine Abfindung erhalten. Nach FAZ-Informationen wäre die vollständige Verschmelzung mit MAN einfacher, wenn sie über eine gesonderte VW-Tochtergesellschaft abgewickelt wird, die selbst börsennotiert ist. Volkswagen taxiert derzeit noch den Wert der restlichen Anteile.

Die Wolfsburger streben die volle Kontrolle bei den Münchnern an, um ihr Nutzfahrzeuggeschäft mit MAN, Scania sowie den leichten Transportern und Lieferwagen aus Hannover besser zu verzahnen. Seit September ist MAN nicht mehr im deutschen Börsen-Leitindex Dax vertreten. Das Unternehmen stieg zusammen mit dem Handelsriesen Metro in den MDax ab, um den Aufsteigern Conti und Lanxess Platz zu machen.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Audi ist noch heute an der Börse gelistet, wenn auch nur mit 1/2 % Streubesitz..

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