Löschers 100-Tage-Programm
Neuer Chef vereinfacht Siemens

Gerade im Amt, hat Peter Löscher sein Programm für die ersten 100 Tage vorgestellt. Der neue Siemens-Chef will die Strukturen im größten deutschen Industriekonzern stark vereinfachen. Denn das System Siemens ist alles andere als leicht zu durchschauen.

HB BERLIN. Das Unternehmen solle transparenter, weniger komplex, schneller und effizienter werden. „In diesem Sinne wird sich der Zentralvorstand die Aufstellung der Bereiche, der Regionalgesellschaften und die Aufgaben der Zentrale genau ansehen“, erklärte Löscher am Donnerstag in Berlin. „Im Herbst werde ich dem Aufsichtsrat unsere Schlussfolgerungen vorstellen, mit den Zielen: klare Verantwortungsstränge, hohe Transparenz und hohes Tempo.“

Bislang gliedert sich Siemens in den Zentralvorstand, den etwas größeren Vorstand der Siemens AG, ein halbes Dutzend Zentralstellen, zehn Geschäftsbereiche und unzählige Regional- und Landesgesellschaften. Hinzu kommen zig Tochterfirmen.

An der grundsätzlichen Ausrichtung des Konzerns will Löscher festhalten. „Die Strategie ist richtig.“ Das Effizienzprogramm „Fit for 2010“, das noch sein Vorgänger Klaus Kleinfeld auf den Weg gebracht hatte, werde auch unter seiner Führung abgearbeitet.

Angesichts der Schmiergeldaffäre werde die Aufklärung des Skandals und die Verbesserung der Kontrollsysteme oberste Priorität haben, betonte Löscher. „Der Vorstand wird für klare Verhältnisse sorgen und das Vertrauen in unser Unternehmen vollständig wieder herstellen – und zwar schnell und entschlossen.“ Als obersten Korruptionsbekämpfer werde er einen international erfahrenen Experten als Nachfolger des Ex-Staatsanwalts Daniel Noa berufen, kündigte Löscher an. Noa hatte Siemens Ende Juni überraschend verlassen. Als Grund für sein Ausscheiden gelten unter anderem mangelnde Englisch-Kenntnisse.

Bei seiner offiziellen Einführung in der Hauptstadt und vor einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannte sich der aus Österreich stammende Löscher zum Standort Deutschland und kündigte an, Nachwuchskräfte stärker zu fördern. „Wir müssen auch im Schulterschluss mit der Politik Wege erschließen, durch Bildung, Qualifizierung und Anwerbung genügend hochqualifizierten Nachwuchs in unserem Land heranzuziehen.“

Seite 1:

Neuer Chef vereinfacht Siemens

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%