Logistik
Autokrise trifft Logistiker hart

Der Absatzeinbruch auf den Automärkten weltweit zieht auch die erfolgsverwöhnten Transportpartner in Mitleidenschaft: Im Januar brach die Verladung von Fahrzeugen in Bremerhaven um 50 Prozent ein. Branchenführer BLG rechnet für 2009 mit einem zweistelligen Minus.

HAMBURG. Der Absatzeinbruch auf den Automärkten weltweit zieht auch die erfolgsverwöhnten Transportpartner in Mitleidenschaft. "Als größter europäischer Automobillogistiker hat die BLG sich darauf eingerichtet, dass uns die Absatzkrise voll trifft", sagte Detthold Aden, Chef der Bremer Logistic Group (BLG), dem Handelsblatt. Aden zufolge wurden im Januar 50 Prozent weniger Autos umgeschlagen als im Vorjahr. Selbst bei einem Anziehen der Autokonjunktur noch im Frühjahr lasse sich im Jahresdurchschnitt ein Minus bei der Autoverladung nicht vermeiden. "Einbußen von 10 bis 25 Prozent sind realistisch", sagte Aden.

Die Misere hat aus Sicht des Logistikmanagers einen einfachen Grund: "Was nicht produziert wird, kann auch nicht transportiert und nicht umgeschlagen werden", sagte der BLG-Chef. Im Dezember musste er zusätzliche Flächen anmieten, um die überschüssigen Autos zwischenzulagern. Erst die Produktionskürzungen der Hersteller brachten Entlastung. Die BLG kann auf dem Terminalgelände in Bremerhaven 110 000 Autos unterbringen.

Der Einbruch belastet Beobachtern zufolge Umsatz und Marge der Logistikunternehmen und könnte für manchen, der seine Kosten nicht schnell genug anpasst, gar das Aus bedeuten. Der Landesverband Verkehrsgewerbe Bremen rechnet schon damit, dass seine Mitglieder "sehr betroffen" sein werden.

Der halbstaatliche Logistikriese BLG kann den Rückgang besser als kleinere Unternehmen verdauen. Er gehört zu gut 50 Prozent dem Land Bremen. Zusammen mit dem Containerbereich beschäftigte die Gruppe im Jahr 2008 mehr als 15 000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von knapp einer Mrd. Euro. Die BLG ist ein führender Automobillogistiker mit 20 Standorten von Bremerhaven bis Port Klang in Malaysia. 2008 wurden in dem Netzwerk mehr als fünf Mio. Fahrzeuge umgeschlagen, transportiert und technisch bearbeitet.

In den vergangenen Jahren verzeichnete besonders Bremerhaven einen Boom: Das Verladevolumen an Automobilen verdoppelte sich in den zurückliegenden acht Jahren nahezu. Der Seehafen an der deutschen Küste gehörte 2008 mit einem Rekordumschlag von mehr als zwei Mio. Fahrzeugen zu den größten Autohäfen der Welt - und fungiert als Drehscheibe des europäischen Exports und Imports von Autos. Im Krisenjahr 2009 rückt die Zwei-Millionen-Marke allerdings in weite Ferne.

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