LTS Lohmann
Hopp-Investmentfirma will angeblich Pflasterhersteller verkaufen

Dievini, die Investmentfirma des SAP-Gründers Dietmar Hopp, lotet Insidern zufolge einen Verkauf des Medizinpflaster-Herstellers LTS Lohmann aus. Er sieht sich als der Erfinder des Nikotinpflasters. Dievini dementiert.
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FrankfurtDer Medizinpflaster-Hersteller LTS Lohmann steht nur wenige Jahre nach der Komplettübernahme durch eine Beteiligungsgesellschaft des SAP-Gründers Dietmar Hopp wieder zum Verkauf. Hopps Investmentfirma Dievini habe damit begonnen, potenzielle Käufer anzusprechen, um deren Interesse an LTS auszuloten, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Dievini-Manager Christof Hettich sagte Reuters, es gebe momentan keinen Verkaufsprozess, auch sei keine Bank mandatiert.

Die Beteiligungsgesellschaft, die zuvor schon an LTS beteiligt gewesen war, hatte erst 2014 die übrigen Anteile vom Schweizer Pharmakonzern Novartis und der Investmentfirma BWK erworben. Die Firma aus dem rheinland-pfälzischen Andernach war dabei mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro bewertet worden.

Damals hatte sich der Spezialchemiekonzern Evonik für LTS Lohmann interessiert, exklusive Gesprächen über einen Kauf aber in letzter Sekunde wegen Differenzen über den Preis abgebrochen. Da sich Evonik zuletzt eher auf Zukäufe in der Spezialchemie konzentriert hat, ist es eher unwahrscheinlich, dass das Interesse an LTS wieder entflammen könnte.

Der Medizinpflaster-Hersteller zieht unter anderem nun das Augenmerk von Finanzinvestoren auf sich. Insidern zufolge haben 2014 auch die französische Beteiligungsgesellschaft Wendel und die schwedische Nordic Capital für LTS geboten. Ob sie erneut den Hut in den Ring werden werfen ist unklar.

LTS sieht sich als der Erfinder des Nikotinpflasters. Mittlerweile können auch Wirkstoffe gegen Alzheimer, Parkinson oder das Restless-Legs-Syndrom durch ein Pflaster über die Haut verabreicht werden. Das Unternehmen steht im Wettbewerb mit der Pharmafirma Tesa Labtec von Beiersdorf, dem US-Mischkonzern 3M, der chinesischen Luye Pharma Group sowie dem bayerischen Spezialpharmaunternehmen AMW. Den Insidern zufolge hofft Hopp auch auf Interesse von diesen Firmen an LTS.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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