Luft- und Raumfahrtkonzern
A400M frisst EADS-Sanierung

Die ungewisse Zukunft des Militärtranporters A400M setzt EADS weiter unter Druck. Nach ergebniswirksamen Belastungen von 2,1 Mrd. Euro in den Jahren 2007 und 2008 stehen 2009 weitere Milliarden auf dem Spiel. Die Höhe der finanziellen Auswirkungen aus der verspäteten Auslieferung kann EADS aber noch nicht beziffern.

MÜNCHEN/ PARIS. Diese stünden erst fest, „wenn die Verfügbarkeit der Triebwerke und die Haltung der Bestellnationen zum überarbeiteten Auslieferungsplan“ feststünden, teilte der Luft- und Raumfahrtkonzern am Dienstag in München mit.

Im schlimmsten Fall muss EADS 5,7 Mrd. Euro Anzahlungen an die Regierungen in Paris, Berlin, London und Madrid zurückzahlen, sagte Finanzchef Hans Peter Ring. Da jedoch alle vier Erstkunden gleichzeitig aus dem Vertrag ausscheiden müssten, sei „eine Kündigung des Vertrages nach unserer Einschätzung eher unwahrscheinlich“, sagte Ring. Brancheninformationen zu Folge, erhält EADS einen sechsmonatigen Aufschub, um den Regierungen einen verlässlichen Lieferplan zu erstellen.

Der hängt nach wie vor vom Erstflug der Maschine ab, für den es noch keinen Termin gibt. Derzeit testet EADS die Triebwerke des Militärtransporters und könnte dann in der zweiten Hälfte dieses Jahres mit dem Jungfernflug beginnen. Ist dieser erfolgt, soll drei Jahre später mit der Auslieferung begonnen werden, heißt es bei EADS. Zur Zeit sind 192 Maschinen im Wert von 20 Mrd. Euro bestellt, die erste A400M sollte ursprünglich in diesem Jahr an die französische Armee gehen.

Insgesamt stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um fast elf Prozent auf 43,2 Mrd. Euro. Das Ergebnis war erneut von zahlreichen Sondereffekten geprägt. Fraßen 2007 die ersten Belastungen für die Verspätung der A400M, die Aufwendungen für die Neukonstruktion des Langstreckenflugzeugs A350 und die Kosten des Sanierungsprogrammes „Power8“ den Gewinn praktisch auf, so zieht nun der gestiegene Dollarkurs das Ergebnis nach oben. Alleine 900 Mio. Euro verbucht EADS aus der Neubewertung künftiger Belastungen. Damit ist ein Drittel des operativen Gewinns von 2,8 Mrd. das Ergebnis von Währungseffekten. Bei einem ähnliche Dollarniveau ließ sich dieser Effekt wiederholen, sagte Ring.

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