Luftfahrt-Branche
Verkauf der Airbus-Werke in Gefahr

Der schwache Dollarkurs erschwert den Verkauf mehrerer Werke des europäischen Flugzeugherstellers. Um den Zeitplan für den geplanten Langstreckenjet nicht zu gefährden, will Airbus-Chef Tom Enders die Gespräche mit den potenziellen Käufern mit Hochdruck vorantreiben. Einem Medienbericht zufolge sind die Verhandlungen mit der Bremer OHB/MT Aerospace bereits eingestellt.

fo/HB MÜNCHEN. Der rapide Verfall des US-Dollar stellt den geplanten Verkauf mehrerer Werke des europäischen Flugzeugherstellers Airbus an Zulieferer vor massive Probleme. Ein Airbus -Sprecher sagte dem Handelsblatt am Montag, der schwache Dollar mache "die Finanzierung für die künftigen Partner nicht einfacher". Airbus will mit den potenziellen Käufern der Werke mit ihren insgesamt 9 400 Beschäftigten, unter ihnen die OHB -Gruppe aus Bremen, in Dollar abrechnen. Die Kosten fallen aber weitgehend in Euro an. Um den Zeitplan für den geplanten Langstreckenjet A350XWB nicht zu gefährden, treibe Airbus -Chef Tom Enders die Gespräche mit den potenziellen Käufern mit Hochdruck voran, betonte der Sprecher weiter.

Airbus hatte über die Ostertage Spekulationen dementiert, dass die Gespräche mit den Interessenten schon gescheitert seien. Eine vorzeitige Ausgliederung der Werke aus dem EADS/Airbus-Verbund, über den ebenfalls spekuliert wurde, wollte der Sprecher aber nicht kommentieren.

Der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge sind die Verhandlungen mit der Bremer OHB/MT Aerospace eingestellt worden, weil eine für Airbus akzeptable Lösung weder industriell noch finanziell erreichbar gewesen sei. Airbus zieht demnach dem offenbar gescheiterten Verkauf von drei Werken an die Bremer OHB/MT Aerospace die Gründung eines Werksverbunds in Betracht. Airbus verhandle bereits mit einem Finanzinvestor, der bei allen zum Verkauf stehenden Werken in Deutschland, Frankreich und Großbritannien einsteigen könnte. Auch soll der US-Zulieferer Spirit Aerosystems wieder als Käufer im Rennen sein.

Eine Airbus -Sprecherin bezeichnete dies am Dienstag als Spekulation. Der Flugzeugbauer betonte erneut, die Verhandlungen in allen drei Ländern liefen weiter.

OHB Technology äußerte sich nicht weiter zu den Verhandlungen. Mit diesem Unternehmen verhandelte Enders bisher exklusiv über die Werke Nordenham und Varel. Zum Verkauf steht auch das Werk von EADS, der börsennotierten Muttergesellschaft von Airbus, in Augsburg. Mit OHB wurden Ende vergangenen Jahres unerwartet exklusive Verkaufsverhandlungen über diese deutschen Standorte aufgenommen, obwohl im Vorfeld der US-Konzern Spirit als Favorit gegolten hatte. Erst auf massiven Druck der deutschen Regierung, die Werke an einen heimischen Käufer abzugeben, entschied sich Airbus für OHB. Der Bund sicherte Kreditbürgschaften zu, die sich durch den Verfall des US-Dollar jetzt offenbar als zu niedrig erweisen.

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