Luftfahrt
EADS gliedert Militärflugzeuge bei Airbus ein

Lange hat sich der Luftfahrtkonzern EADS das Drama rund um den Airbus-Militärtransporter A400M angeschaut. Jetzt ist Schluss. Die bislang selbstständige Unternehmenssparte für das Flugzeug wird bei der Zivilflugzeugsparte eingegliedert.

HB PARIS. Der europäische Flugzeug- und Raumfahrtkonzern EADS gliedert sein aus dem Ruder gelaufenes Militär-Transportflugzeug-Programm bei Airbus ein. Zugleich sollen die Satelliten- und die Rüstungssparte, EADS Astrium und EADS Defence & Security, enger zusammenarbeiten, ohne aber fusioniert zu werden, teilte EADS am Dienstag in Paris mit.

Damit erhält Airbus-Chef Tom Enders direkten Zugriff auf das 20 Mrd. Euro teure Projekt des Airbus-Militärtransporters A400M, das etwa 18 bis 24 Monate hinter dem Zeitplan herhinkt. Das hat die EADS bereits 1,7 Mrd. Euro an Rückstellungen gekostet und zu Reibungen mit den Triebwerkslieferanten und den europäischen Regierungen geführt. Zugleich verschlingt der A400M Entwicklungskapazitäten, die Airbus für das Passagierflugzeug A350 bräuchte.

Bisher lag die Verantwortung für den Airbus A400M bei der spanischen Tochter. Die Military Transport Aircraft Division (MTAD) soll nun unter dem Namen Airbus Military unter das Dach von Airbus schlüpfen. Ihr Chef Carlos Suarez wird Enders unterstellt, bleibt aber im zugleich im Direktorium von EADS.

EADS-Astrium-Chef Francois Auque soll künftig das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft koordinieren, der Chef der Rüstungssparte, der Deutsche Stefan Zoller, bleibt aber im EADS-Direktorium. Eine Fusion des Satelliten- und des Rüstungsgeschäfts galt als politisch sensibel. Astrium ist für die nukleare Abschreckung Frankreichs und für Spionagesatelliten zuständig, der von Zoller geführte Teil des Rüstungsgeschäfts unter anderem für das Kampfflugzeug Eurofighter.

Die komplizierten Strukturen von EADS rühren daher, dass das Unternehmen im Jahr 2000 aus der französischen Aerospatiale, der deutschen Dasa und der spanischen Casa entstanden ist. Erst kürzlich hatte EADS angekündigt, die Airbus-Landesgesellschaften mit zwei Mrd. Euro frischem Kapital auszustatten, weil dort nur die Kosten für die Flugzeuge, aber nicht die Einnahmen auflaufen.

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