Luftfahrt-Industrie
Airbus hofft auf Order von Cathay Pacific

Während Konkurrent Boeing im Vorjahr so viele 777-Jets wie noch nie verkaufte, läuft es bei Airbus nicht rund: Nun soll bei der Luftfahrtmesse in Farnborough ein Deal mit der Fluglinie aus Hongkong vorgestellt werden.
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FarnboroughAirbus wird laut Insidern nach einer Auftragsflaute für die größere Version des Hoffnungsträgers A350 einen neuen Kunden vorstellen. Der Abnehmer dürfte höchstwahrscheinlich die Airline Cathay Pacific aus Hongkong sein, sagten Brancheninsider. Der Deal werde auf der Luftfahrtmesse im englischen Farnborough vorgestellt, die seit Montag läuft. Cathay Pacific hätte bereits 36 Stück des Basismodells A350-900 geordert und könnte nun zusätzlich die größere Version A350-1000 bestellen oder die alten Orders umwandeln, sagten die Personen. Airbus und Cathay Pacific wollten sich dazu nicht äußern.

Der Abschluss wäre für Airbus ein wichtiger Punktsieg im Kampf gegen den Erzrivalen Boeing. Mit dem A350 will der Konzern den Amerikanern auch Anteile im lukrativen Segment der Maschinen mit bis zu 400 Sitzen abnehmen. Boeing beherrscht diesen Markt mit seinem Bestseller 777. Die Maschine ist bei vielen Fluggesellschaften das Arbeitspferd und wird vor allem auf Langstrecken eingesetzt. Da das im Luftfahrtjargon "Triple-Seven" genannte Flugzeug nur zwei Turbinen hat, ist der Kerosinverbrauch niedriger als beim Jumbojet 747 oder dem A380, die vier Triebwerke aufweisen. Für Airlines ist eine niedrigere Tankrechnung ein wichtiger Anreiz für den Kauf neuer Jets - Kerosin ist ihr größter Ausgabenposten. Das wissen die Hersteller und trimmen das Gewicht ihrer Flugzeuge immer weiter. Neuester Streich der Amerikaner ist die 787, die dank vieler Kunststoffteile leichter und sparsamer sein soll als die Vorgänger.

Die Antwort der Europäer auf die 787 ist der A350, der ebenfalls einer strengen Diät unterzogen wurde. Derzeit baut Airbus das Testmodell, der Marktstart soll 2014 erfolgen. Ingesamt sind bisher 548 Exemplare bestellt - davon die allermeisten für den A350-900. Die größere Version ist bislang ein Ladenhüter. Airbus begründet die Zurückhaltung seiner Kunden damit, dass der A350-1000 erst Ende des Jahrzehnts verfügbar wäre. Das Konkurrenzmodell verkauft sich hingegen prächtig: 2011 verkaufte Boeing so viele 777-Jets wie noch nie. Und neues Ungemach droht Airbus bereits: Die Amerikaner spielen derzeit Pläne für eine runderneuerte Version ihres Bestsellers durch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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