Luftfahrtindustrie
EADS: Schwarze Zahlen im Schatten des A400M

Richtig freuen kann sich EADS wohl nicht über den im vergangenen Jahr eingeflogenen Gewinn. Denn das aus dem Ruder gelaufene A400M-Programm wirft einen drohenden Schatten auf den Luft- und Raumfahrtkonzern. EADS müsste im Falle des Falles Rückzahlungen in Milliardenhöhe für den flügellahmen Militärtransporter leisten - und das ist nicht das einzige Problem.

HB OBERSCHLEIßHEIM. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS stellt sich 2009 nach einem Zwischenhoch im vergangenen Jahr wieder auf neue Turbulenzen ein. Schwierigkeiten machen vor allem die Verzögerungen beim Militärtransporter A400M. Hinzu kämen steigende Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, sinkende Preise am Markt und nicht zuletzt die Wirtschaftskrise, sagte Vorstandschef Louis Gallois am Dienstag in Oberschleißheim bei München. Das operative Ergebnis vor Einmaleffekten werde 2009 daher wahrscheinlich niedriger ausfallen als 2008.

Für das vergangene Jahr wies der Konzern dank Kosteneinsparungen aber noch gute Umsatz- und Gewinnzahlen aus. „Wir haben aus der Umstrukturierung der vergangenen Jahre gelernt“, sagte Gallois. „Ich weiß aber auch, dass wir der Krise nicht entgehen werden.“ Berichte über seinen angeblichen Rücktritt wies Gallois zurück. Er habe einen Vertrag bis 2012 und wolle diesen erfüllen. Die EADS-Aktie drehte nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus und stand gegen Mittag rund zwei Prozent im Minus bei 9,99 Euro.

Die Verspätungen beim A400M könnten 2009 zu Abbestellungen und hohen Sonderaufwendungen führen, sagte Gallois. Theoretisch hätten die Auftraggeber nun das Recht, den Vertrag zu kündigen. Dann wäre die Rückzahlung der bisher geleisteten Anzahlungen in Höhe von rund 5,7 Mrd. Euro fällig. Dieses Szenario sei aber unwahrscheinlich. Zunächst werde mit den Kunden über den Zeitplan gesprochen. In einigen Wochen könne dann möglicherweise ein Termin für den Erstflug des Transporters genannt werden.

Airbus kämpft bereits seit längerem mit Schwierigkeiten beim A400M. Unter anderem gibt es Probleme mit der Software zur Triebwerksteuerung. Bislang sind dem Unternehmen durch den Flieger Belastungen von 2,1 Mrd. Euro entstanden. Die Auslieferung der Maschine klappt voraussichtlich nicht vor 2012. Geplant war die Auslieferung ursprünglich für Ende 2009.

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