Luftverkehr
Netjets Privatflieger sind gefragt wie nie

Der private Luftverkehr ist endgültig den Kinderschuhen entwachsen. Immer mehr Starts und Landungen können die Betreiber von Privatflugzeugen verbuchen – allen voran Branchenprimus Netjets. Dieser Trend ist auch Charter- und Billig-Fluggesellschaften wie Air Berlin, LTU und Tuifly nicht entgangen.

DÜSSELDORF. Der führende Betreiber von Privatflugzeugen, Netjets Europe, hat 2006 ein Rekordjahr verzeichnet. „Der private Luftverkehr ist in den vergangenen zwölf Monaten endgültig den Kinderschuhen entwachsen. Netjets Europe absolvierte mit 62 000 Flügen rund 30 Prozent mehr Starts und Landungen als noch 2005“, sagte Netjets-Deutschlandchef Steffen Fries dem Handelsblatt. Umsatz- und Gewinnzahlen veröffentlicht die Tochter des amerikanischen Konsortiums Berkshire Hathaway des Milliardärs Warren Buffett traditionell nicht.

Auch in Deutschland entwickelte sich das Geschäft des Exklusivpartners der Deutschen Lufthansa positiv. Die Zahl der Flüge von und nach Deutschland stieg im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge um 45 Prozent auf 9 200. „Ein ähnlich gutes Ergebnis erwarten wir auch für das laufende Jahr – auch wenn 2006 stark vom Sondereffekt Fußball-Weltmeisterschaft, geprägt war “, sagte Fries. Allein zum Finale in Berlin seien 200 Netjets-Flüge gestartet.

Branchenanalysten wie Hans-Joachim Frank von Deutsche Bank Research sind ähnlich optimistisch: „In Deutschland gibt es mit rund 36 Regionalflughäfen eine einmalige Basis für die Privatfliegerei.“ Diese Nähe und die Unabhängigkeit von Flugplänen schätzten Geschäftsleute nicht nur zunehmend, sondern leisteten sich den Luxus angesichts des Aufschwungs auch. Auch der britische Charter-Anbieter Air Partner, der in Deutschland in Frankfurt, Köln und Hamburg vertreten ist, meldet gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um rund 15 Prozent auf 140,4 Mill. Pfund, und der Gewinn um 16 Prozent auf 5,1 Mill. Pfund. Der Aktienkurs ist auf einem Allzeithoch.

Vom Boom der Privatfliegerei profitieren auch die Hersteller von Businessjets. Nach Angaben der Leichtflieger-Vereinigung General Aviation Manufacturers Association (Gama) wurden 2006 mit 4042 Pistons, Turboprops und Business Jets knapp 13 Prozent mehr ausgeliefert als im Jahr zuvor. Das Volumen stieg um 24 Prozent auf 18,8 Mrd. Dollar. Marktführer in diesem Segment ist der kanadische Flugzeug- und Eisenbahnhersteller Bombardier. Für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2007 (bis Ende Januar) meldeten die Kanadier ein Orderplus von elf Prozent auf 100 Maschinen.

Auch Netjets hat die Auftragsbücher der Hersteller gefüllt. Die Bestellung von 24 Maschinen des Typs Falcon 7X vom Bombardier-Konkurrenten Dassault für einen Gesamtwert von 1,1 Mrd. Dollar war der größte Einzelauftrag von Business-Jets in Europa. Insgesamt erweiterte Netjets die eigene Flotte um 25 neue Flugzeuge auf 114. Den Übernahme- oder Kooperationsphantasien großer Airlines erteilte Fries eine Absage. „Die Kooperation mit der Lufthansa ist exklusiv und seit diesem Jahr auf weitere fünf Jahre angelegt.“ Die Zusammenarbeit mit der nach Air France-KLM größten europäischen Fluggesellschaft läuft seit März 2005. Im vergangenen Jahr steigerte Lufthansa die Anzahl der mit Netjets ausgeführten Flüge um 13 Prozent. Mit rund 60 Prozent waren vor allem die Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu den 1 000 Zielorten in Europa und der Russischen Föderation gefragt.

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