Machtkampf
Wiedeking lächelt Rücktritts-Gerüchte weg

Zuletzt hatten Spekulationen über seinen Abtritt die Runde gemacht. Doch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking lässt sich nicht unterkriegen. Am Rande der 100-Jahr-Feier der VW-Tochter Audi in Ingolstadt zeigte er sich wohl gelaunt und erklärte: "Warum soll man zurücktreten, wenn man einen ordentlichen Vertrag hat?"

HB INGOLSTADT/STUTTGART. "Ich bin glücklicher Vorstandschef und fühle mich in der Rolle pudelwohl", sagte der umkämpfte Chef des Sportwagenbauers. Sein Vertrag laufe bis 2012, und er wolle ihn erfüllen. Jetzt müsse man sehen, wie die Porsche-Anteilseigner entscheiden, sagte Wiedeking.

Am Vortag hatte es einen Magazinbericht gegeben, wonach Wiedeking das Unternehmen verlassen werde. Dies wurde von Porsche dementiert. Porsche hatte sich bei den von Wiedeking umgesetzten Übernahmeplänen für VW verhoben und steht nun wegen eines Milliarden-Schuldenbergs unter Druck. Eine Aufsichtsratssitzung, bei der wichtige Weichenstellungen kommen könnten, ist für den 23. Juli angesetzt.

Bei der Feier in Ingolstadt trafen die wichtigsten Akteure in dem Machtkampf zwischen Porsche und Volkswagen aufeinander. Dort waren neben Wiedeking auch VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Porsche - Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU).

Wulff wollte sich nicht näher zur Diskussion um Porsche und Volkswagen äußern. "Bis Donnerstag müssen wir alle Geduld haben. Es gibt sehr viele Beteiligte, man muss sehr viel für den Konsens tun." Wulff betonte aber nochmals, dass er einen Gesamtkonzern unter der Führung von Volkswagen favorisiere. "Dass ich die Position für einen integrierten Konzern habe, ist bekannt."

VW-Aufsichtsratschef Piëch wollte auf Anfrage keinen Kommentar abgeben. Mitte Mai hatte Piëch bei der Vorstellung des neuen VW Polo auf Sardinien Wiedekings Hoffnungen auf eine Fusion auf Augenhöhe einen deutlichen Dämpfer verpasst. Gleichzeitig hatte er klar gestellt, die Rechte des Landes Niedersachsen als Großaktionär nicht antasten zu wollen.

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