Machtwechsel
Victory hat bei Unaxis nun das Sagen

Bei der ausserordentlichen Hauptversammlung des Technologiekonzerns Unaxis übernahmen die Vertreter der österreichischen Beteiligungsgesellschaft Victory wie erwartet die Kontrolle über das Schweizer Unternehmen.

HB LUZERN. Die neuen Kontrolleure des früheren Rüstungsunternehmen Oerlikon-Bührle setzten am Dienstag in Luzern alle ihre Forderungen durch. Das galt besonders für die Wiedereinführung einer Klausel in den Statuten, der zufolge Victory nicht allen Aktionären ein Übernahmeangebot machen muss. Victory hält 42 % an Unaxis.

Der Miteigentümer der Victory Industriebeteiligung AG, Mirko Kovats, wurde neuer Verwaltungsratspräsident. Auch die von Victory vorgeschlagenen Günther Robol, Christian Schmidt und Georg Stumpf wurden in das Gremium gewählt.

Einem monatelangen Übernahmekampf durch die Österreicher hatten die Familienaktionäre Anda und Bührle im vergangenen Mai ein Ende bereitet und den Verkauf ihres Unaxis-Anteils von rund 21 % an Victory angekündigt. Die Transaktion hat sich jedoch teilweise verzögert und soll nun bis Anfang September stufenweise vollzogen werden.

Unaxis hatte 2004 einen Konzernverlust von 378 Mill. Franken (rund 244 Mill. Euro) ausgewiesen und angekündigt, sich auf die Kernbereiche Dünnschicht- und Vakuumtechnologie konzentrieren zu wollen. Zur Zukunft des Unternehmens äußerten sich die Österreicher nicht.

Victory ist nicht zur Abgabe eines öffentlichen Kaufangebots an die Aktionäre der Unaxis Holding verpflichtet. Dies stellte die schweizerische Übernahmekomission am Dienstag fest. Sie hatte am 28. April ein Verfahren begonnen um zu prüfen, ob Victory bei Überschreiten des Grenzwerts von 33,3 % bzw. von 50 % der Stimmrechte von Unaxis angebotspflichtig sei. Zuvor hatte die Hauptversammlung von Unaxis am 26. April die Aufhebung der Opting-out-Klausel in ihren Statuten beschlossen.

Mit einem Opting Out schließt eine (Ziel-) Gesellschaft die Angebotspflicht eines Unternehmens, das mehr als 33,33 % der Stimmrechte hält, vollständig aus. Die Untersuchung habe ergeben, dass Victory den Grenzwert von 33,33 % der Stimmrechte an Unaxis bereits vor dem Zeitpunkt der Anmeldung des Hauptversammlungsbeschlusses zur Opting-out-Klausel beim Handelsregister überschritten hatte, teilte die Übernahmekommission mit. Bei der Vorschrift, beim Überschreiten des Grenzwerts von 50 % der Stimmrechte an einer Zielgesellschaft eine Offerte abzugeben, handele es sich um eine Bestimmung, die auf den Fall Unaxis nicht anwendbar sei.

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