Magazinbericht
VW soll Porsche komplett schlucken

Die Machtverhältnisse in einem künftigen VW-Porsche-Großkonzern nehmen wenige Tage vor den entscheidenden Aufsichtsratssitzungen immer mehr Gestalt an: Volkswagen will das Sportwagengeschäft nun komplett übernehmen, heißt es nach übereinstimmenden Medienberichten. Damit hätte sich VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wieder einmal durchgesetzt.

HB STUTTGART/WOLSBURG. Volkswagen will das Sportwagengeschäft nun komplett übernehmen, berichten das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und die Presseagentur dpa übereinstimmend. Darauf hätten sich die Eigentümerfamilien nach Informationen aus Branchenkreisen geeinigt. Die Porsche AG solle in zwei Schritten an VW verkauft werden. Nach Angaben des „Spiegel“ dürfte die Porsche Automobil Holding dafür rund acht Mrd. Euro bekommen und könnte ihre Schulden weitgehend tilgen.

Damit hätte sich VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wieder einmal durchgesetzt. Er hat diese Version dem Vernehmen nach von Anfang an angepeilt, als bekannt wurde, das sich Porsche mit der ursprünglich geplanten Übernahme von VW verhoben hat. In der neuen Konstruktion dürfte wahrscheinlich auch kein Platz mehr sein für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, über dessen Ausscheiden seit Tagen spekuliert wird, dessen Ablösung aber bisher von Porsche dementiert wird.

Der Wolfsburger Konzern will den jüngsten Informationen zufolge zuerst 49,9 Prozent und zu einem späteren Zeitpunkt die übrigen Anteile übernehmen. Möglicherweise übernehme VW auch das Autohandelshaus der Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch in Salzburg, schrieb „Der Spiegel“. Die Porsche Holding Salzburg ist Europas größter Händler von VW-Konzernmarken und Porsche-Modellen. Im Gegenzug halten die Familien laut „Spiegel“ dann mehr als 50 Prozent an einem vereinten VW-Porsche-Konzern. Niedersachsen solle weiterhin mit 20 Prozent beteiligt sein, das Emirat Katar künftig mit einem Paket zwischen 14,9 und 19,9 Prozent.

Der Sportwagenbauer ist mit rund zehn Mrd. Euro verschuldet. Wiedeking wollte über eine Kapitalerhöhung mit Hilfe der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch Geld in die Kassen spülen und hoffte auf einen milliardenschweren Einstieg des Emirats Katar. Auf diese Weise wollte er einen Verkauf an VW verhindern.

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